DJI Mic Mini 2S: interne Aufnahme für 189 Euro, erstmals in der Mini-Serie
DJI hat das Mic Mini 2S lanciert: erstmals mit interner 32-Bit-Aufnahme in der Mini-Serie. Wir vergleichen es mit dem Vorgänger, Rode und dem Hollyland Lark M2S.

Das Wichtigste in Kürze
- DJI hat das Mic Mini 2S am 4. August 2026 weltweit lanciert, es ist das erste Mikrofon der Mini-Serie mit interner Aufnahme direkt im Sender.
- Jeder Sender speichert bis zu 28 Stunden Audio im 24-Bit-Modus oder bis zu 22 Stunden in 32-Bit-Float, dank rund 14,5 GB internem Speicher.
- Das Set mit 2 Sendern, 1 Empfänger und Ladeschale kostet 189 Euro direkt bei DJI, der einzelne Sender 69 Euro.
- Ein Empfänger verbindet sich neu mit bis zu 4 Sendern gleichzeitig (vorher 2), das System bleibt abwärtskompatibel zu Mic Mini und Mic Mini 2.
- Rode und Hollyland bieten in ihren Preisklassen ähnliche oder teils günstigere Systeme, aber nicht alle mit interner 32-Bit-Aufnahme.
Ton ist für Content Creator meistens die grössere Baustelle als Bild, das weiss jeder, der schon mal eine Aufnahme wegen Funkabbruch oder Übersteuerung verloren hat. Genau da setzt DJI mit dem Mic Mini 2S an: Das kleine Funkmikrofon zeichnet neu direkt im Sender auf, unabhängig von der Funkverbindung zum Empfänger. Für ein Gerät, das kaum grösser ist als eine Büroklammer, ist das ein Wort. Wir ordnen ein, was sich gegenüber dem Vorgänger wirklich verändert hat und wie das Mic Mini 2S im Vergleich zu Rode und dem beliebten Hollyland Lark M2S dasteht.
Was ist neu am DJI Mic Mini 2S?
Der grösste Sprung ist die interne Aufnahme. Jeder Sender bringt laut DJI etwa 14,5 GB Speicher mit und zeichnet im Standardmodus mit 24-Bit bis zu 28 Stunden Audio auf, im 32-Bit-Float-Modus sind es laut Herstellerangaben rund 22 Stunden. Das bedeutet: Reisst die Funkverbindung ab, weil jemand hinter eine Wand oder ausser Reichweite läuft, bleibt die Aufnahme trotzdem erhalten, weil sie unabhängig vom Empfänger lokal auf dem Sender liegt. Innerhalb der Mini-Serie ist das neu: Interne Aufnahme gab es bei DJI zwar schon im ersten Mic (2021, 8 GB) und im Mic 2, in der kompakten Mini-Reihe bisher aber nicht.
Dazu kommt eine zweistufige, KI-gestützte Rauschunterdrückung: „Basis“ für ruhige Innenräume (Lüftung, Klimaanlage, Hall), „Stark“ für laute Aussenumgebungen. Neu sind ausserdem eine automatische Lautstärkebegrenzung gegen Clipping, ein Lautstärkeausgleich für Interviews und Livestreams sowie drei Klangprofile („Regulär“, „Hell“, „Kräftig“). Ein Empfänger lässt sich jetzt mit bis zu vier Sendern gleichzeitig koppeln, vorher waren es zwei, das macht Rundtischgespräche und kleine Podcast-Setups deutlich praktikabler. Wichtig für Bestandskunden: Das System ist abwärtskompatibel zu den Sendern von Mic Mini und Mic Mini 2 sowie zum mobilen DJI-Mic-Empfänger, ein Umstieg erfordert also nicht zwingend einen kompletten Neukauf.
Der Sender selbst bleibt mit rund 12 Gramm ultraleicht und lässt sich magnetisch oder per Clip befestigen. Die magnetische Frontabdeckung ist abnehmbar, die acht farbigen Cover aus der Mic-Mini-2-Serie gibt es separat, dazu eine limitierte „Time Series“-Kollektion der Illustratorin Victo Ngai. Direkt verbinden lässt sich das Mic Mini 2S zudem kabellos mit ausgewählten Osmo-Kameras wie Pocket 4P, Pocket 4, Osmo 360, Osmo Nano und Action 6, dort liefert es laut DJI 48kHz/24-Bit-Audio ganz ohne separaten Empfänger.
DJI Mic Mini 2S vs. Vorgänger: Lohnt sich das Upgrade?
Das DJI Mic Mini 2S lohnt sich vor allem für alle, die interne Aufnahme und mehr Sender-Flexibilität brauchen, wer nur Funk nutzt, gewinnt wenig. Der direkte Vorgänger ist das im April 2026 lancierte Mic Mini 2, nicht das ursprüngliche Mic Mini. Im direkten Vergleich zeigt sich, wo DJI nachgelegt hat und wo beide Generationen gleich bleiben.
| Merkmal | DJI Mic Mini 2S | DJI Mic Mini 2 | DJI Mic Mini (Original) |
|---|---|---|---|
| Preis (2 TX + 1 RX + Case) | 189 Euro (DJI Store) | ab 89 Euro (DJI Store, Marktstart) | 99 Euro (DJI Store) |
| Sender-Gewicht | ca. 12 g | ca. 11 g | 10 g |
| Interne Aufnahme | Ja, 32-Bit Float, ca. 14,5 GB, bis 28 h (24-Bit) | Nein | Nein |
| Akkulaufzeit Sender / Empfänger | ca. 11 h / 10 h | 11,5 h / 10,5 h | 11,5 h / 10,5 h |
| Max. Sender pro Empfänger | 4 (generationsübergreifend) | 2 | 2 |
| Rauschunterdrückung | 2-stufig, KI-gestützt | 2-stufig | 2-stufig |
Auffällig: Die reine Akkulaufzeit pro Ladung sinkt beim 2S sogar leicht, laut DJI-Spezifikationsseite auf rund 11 respektive 10 Stunden statt 11,5 und 10,5 Stunden, vermutlich weil Speicher und Recording-Elektronik zusätzlich Strom ziehen. Die Ladeschale liefert laut DJI rund 3,2 volle Ladungen, zusammen also bis zu 40 Stunden Einsatz. Wer die interne Aufnahme nicht braucht und ausschliesslich per Funk direkt in die Kamera aufnimmt, gewinnt technisch also wenig, ausser der Möglichkeit, vier statt zwei Sender an einen Empfänger zu hängen. Wer dagegen regelmässig ohne Sichtkontakt zum Empfänger dreht oder eine Rückfallebene für die Tonspur will, bekommt mit dem 2S ein Sicherheitsnetz, das es in dieser Preisklasse bei DJI bisher nicht gab.
Wie schlägt sich das Mic Mini 2S gegen Rode?
Rode deckt das Einsteiger- und Mittelklasse-Segment mit mehreren Produktlinien ab, die unterschiedlich direkt mit dem Mic Mini 2S konkurrieren. Das günstigste Modell, das Rode Wireless Micro (USB-C), kostet laut offizieller Rode-Produktseite 99,99 Euro und ist als reines Plug-and-Play-System für Smartphones positioniert: zwei Sender, sieben Stunden Akkulaufzeit pro Sender, bis zu 21 Stunden mit Ladeschale, aber ohne interne Aufnahmefunktion in den verfügbaren Spezifikationen.
Spannender wird der Vergleich beim Rode Wireless GO (Gen 3), das für CHF 139.– (thomannmusic.ch) erhältlich ist. Es bietet bereits seit Ende 2024 eine 32-Bit-Float-Aufnahme intern, mit bis zu 40 Stunden Aufnahmezeit, also mehr als das Mic Mini 2S, und dazu Rodes GainAssist-Technologie für automatische Pegelanpassung. Wer maximale Ausfallsicherheit und Timecode-Funktion sucht, landet beim Rode Wireless Pro, das für CHF 215.– (thomannmusic.ch) ebenfalls 32-Bit-Float-Aufnahme mit 32 GB internem Speicher pro Sender und über 40 Stunden Laufzeit bietet, allerdings auch spürbar teurer ist als das komplette Mic Mini 2S Set.
Kurz zusammengefasst: DJI bringt die interne Aufnahme jetzt auch in die Einsteigerklasse, aber Rode hatte diese Funktion in der eigenen Mittelklasse schon länger im Programm, teils mit mehr Speicherzeit und zusätzlichem Timecode. Wer beim Ton nichts dem Zufall überlassen will, lohnt sich ein Blick auf unsere Kamerakurse, dort geht es auch darum, wie unterschiedliche Mikrofonsysteme im Praxiseinsatz wirklich funktionieren.
Und im Vergleich zum Hollyland Lark M2S?

Das Hollyland Lark M2S spielt in einer anderen Gewichtsklasse, im wörtlichen Sinn: Der Sender wiegt laut unserem ausführlichen Testbericht nur 7 Gramm, der Kameraempfänger 12 Gramm und der Smartphone-Empfänger sogar nur 6 Gramm, das Design versteckt den eigentlichen Sender fast komplett hinter einem winzigen Mikrofon-Clip. In unserem Test überzeugte vor allem die Rauschunterdrückung im „strong“-Modus sowie die Akkulaufzeit von 9 Stunden pro Sender und bis zu 30 Stunden mit Ladeschale.
| Merkmal | DJI Mic Mini 2S | Hollyland Lark M2S |
|---|---|---|
| Preis (Herstellershop) | ab 189 Euro (DJI Store, 2 TX + 1 RX + Case) | 82 bis 112 Euro je nach Combo (Hollyland EU-Store) |
| Sender-Gewicht | ca. 12 g | 7 g |
| Akkulaufzeit Sender | ca. 11 h | 9 h |
| Akkulaufzeit gesamt mit Case | 3,2 volle Ladezyklen | bis 30 h |
| Interne Aufnahme | Ja, 32-Bit Float | Nein |
Der grosse Pluspunkt des Lark M2S bleibt seine Diskretion und Grösse, das macht es zur ersten Wahl, wenn Unauffälligkeit vor der Kamera wichtiger ist als maximale Ausfallsicherheit. Das Mic Mini 2S kontert mit der internen Aufnahme, einem Feature, das im Hollyland-Test explizit als fehlend vermerkt wurde und das gerade bei Aussendrehs oder Interviews mit Bewegungsspielraum ein echter Sicherheitsgewinn ist. Bei der Bedienung attestierte unser Test dem Lark M2S ausserdem Schwächen, kein Display, kein Bluetooth, eine App, die nur per USB funktioniert, dort punktet DJIs etabliertes Mimo-App-Ökosystem klar.
Was kostet das DJI Mic Mini 2S in der Schweiz?
Direkt bei DJI bezahlt auch Schweizer Kundschaft in Euro, der DJI Store rechnet für die Schweiz nicht in Franken ab, sondern führt das Land unter der Eurozone. Das Set mit 2 Sendern, 1 Empfänger und Ladeschale kostet dort 189 Euro, kleinere Konfigurationen mit 1 Sender und 1 Empfänger oder 1 Sender mit mobilem Empfänger und Ladeschale liegen bei 99 Euro. Der einzelne Sender kostet 69 Euro, die Ladeschale allein 33 Euro, ein Set mit mehrfarbigen Frontabdeckungen 19 Euro und die limitierte Time-Series-Kollektion 39 Euro.
Bei Schweizer Fachhändlern wie Digitec war das Mic Mini 2S zum Zeitpunkt dieser Recherche, unmittelbar nach dem globalen Marktstart, noch nicht separat gelistet. Stand der Recherche: keine öffentlichen CHF-Preise von Schweizer Retailern, wer schnell zuschlagen will, bestellt vorerst direkt bei DJI.
FAQ
Für wen lohnt sich das DJI Mic Mini 2S?
Das DJI Mic Mini 2S lohnt sich für alle, die bei Interviews, Vlogs oder Aussendrehs eine Rückfallebene für den Ton wollen, ohne gleich zum teureren Mic 3 zu greifen. Die interne 32-Bit-Aufnahme fängt Funkabbrüche und plötzliche Lautstärkespitzen ab, bevor die Aufnahme verloren geht.
Was ist gegenüber dem DJI Mic Mini 2 wirklich neu?
Vor allem die interne Aufnahme mit rund 14,5 GB Speicher pro Sender, die Möglichkeit, bis zu vier Sender an einen Empfänger zu koppeln, und eine KI-gestützte, zweistufige Rauschunterdrückung. Die reine Akkulaufzeit sinkt dagegen leicht gegenüber dem Vorgänger.
Ist das Mic Mini 2S besser als Rode oder Hollyland?
Es kommt auf den Einsatzzweck an. Rodes Wireless GO 3 und Wireless Pro boten interne 32-Bit-Aufnahme bereits vorher, teils mit mehr Speicherzeit. Das Hollyland Lark M2S ist deutlich leichter und diskreter, verzichtet aber laut unserem Test auf internen Speicher.
Brauche ich zusätzliches Zubehör, um loszulegen?
Nein, das Set mit 2 Sendern, 1 Empfänger und Ladeschale ist sofort einsatzbereit. Wer das Mic Mini 2S kabellos an eine kompatible Osmo-Kamera anschliessen will, braucht dafür laut DJI nicht einmal den separaten Empfänger.
Willst du Sound auf Profi-Niveau aufnehmen?
In unseren Kursen zu Kamera, Licht & Ton lernst du, wie du klaren, druckvollen Ton aufnimmst — vor Ort und im Studio.
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