I’m Back Roll APS-C: Digitaler Filmeinsatz für analoge Kameras startet auf Kickstarter
Das Schweizer Startup I’m Back hat seinen neuen digitalen Filmeinsatz mit APS-C-Sensor auf Kickstarter lanciert. Das Gerät ersetzt den Film in analogen 35-mm-Kameras durch einen 26-Megapixel-Sensor. Damit sollen alte Kameragehäuse wieder vollwertig nutzbar werden.
Analoge Kameras erleben seit Jahren eine Renaissance. Jedoch fehlte bisher eine elegante Lösung, um die beliebten Gehäuse digital zu nutzen. Das Schweizer Unternehmen I’m Back, gegründet von Samuel Mello Medeiros und mit Sitz in Lugano, hat nun auf Kickstarter eine neue Lösung vorgestellt: den I’m Back Roll APS-C. Dabei handelt es sich um einen digitalen Filmeinsatz, der vollständig im Inneren der Kamera Platz findet.
Digitaler Filmeinsatz mit APS-C-Sensor im Überblick
Der I’m Back Roll APS-C ist kein externes Modul. Er sitzt im Filmfach der Kamera und ersetzt dort die analoge Filmrolle. Im Zentrum des Systems befindet sich ein Sony IMX571 APS-C-Sensor mit 26 Megapixeln. Damit ist der digitale Filmeinsatz deutlich leistungsfähiger als frühere Versionen des Unternehmens.
Der Sensor liegt direkt an der Filmebene. Dadurch bleibt der Bildwinkel von 35-mm-Objektiven weitgehend erhalten. Der Crop-Faktor fällt somit geringer aus als bei kleineren Sensoren. Ausserdem speichert das Gerät Bilder intern auf einer 256-GB-SSD. Dateien werden im RAW- oder JPEG-Format aufgezeichnet.
Jedoch gibt es keinen Bildschirm am Gerät selbst. Fotos lassen sich daher erst nachträglich über WLAN oder Bluetooth auf ein Smartphone oder einen Computer übertragen. Diese Eigenschaft verändert den Arbeitsablauf grundlegend.
Von externen Modulen zum kompakten digitalen Filmeinsatz
I’m Back hat eine längere Entwicklungsgeschichte hinter sich. Frühere Versionen des Systems benötigten externe Komponenten, die aussen an der Kamera befestigt wurden. Deshalb wirkten die Geräte sperrig und wenig elegant. Später entwickelte das Unternehmen eine Kassetten-ähnliche Lösung, die im Filmfach Platz fand.
Im Oktober 2023 brachte I’m Back die Version «I’m Back Film» auf den Markt. Diese nutzte ebenfalls das Filmfach, arbeitete jedoch mit einem kleineren Sensor. Folglich war der Bildwinkel stärker beschnitten. Der neue APS-C-Einsatz stellt somit die bisher ausgereifteste Version des Konzepts dar.
Die Bedienung der analogen Kamera bleibt unverändert. Der Fotograf spannt den Verschluss, transportiert den Film weiter und löst aus – genau wie früher. Dadurch entsteht ein Schiesserlebnis, das dem analogen Fotografieren sehr nahekommt. Gleichzeitig entstehen digitale Dateien statt belichteter Filmstreifen.
Technische Spezifikationen im Detail
- Sensor: Sony IMX571 APS-C, 26 Megapixel
- Speicher: 256 GB internes SSD
- Bildformate: RAW und JPEG
- Übertragung: WLAN und Bluetooth
- Bildschirm: Keiner vorhanden
- Bauweise: Vollständig im Kameragehäuse integriert
Stärken und Grenzen des digitalen Filmeinsatzes
Der I’m Back Roll APS-C richtet sich an Fotografen, die analoge Kameragehäuse schätzen. Viele ältere Objektive erzeugen eine charakteristische Bildwirkung. Diese lässt sich auf modernen Digitalkameras oft nicht vollständig reproduzieren. Daher bietet ein System wie dieses eine interessante Möglichkeit, alte Optiken neu zu erleben.
Dennoch bringt das Konzept Einschränkungen mit sich. Nicht jede analoge Kamera ist kompatibel. Passgenauigkeit und Ausrichtung des Sensors beeinflussen die Bildqualität massgeblich. Zudem fehlt jegliches sofortiges Feedback. Der Fotograf sieht seine Bilder erst später – ähnlich wie beim klassischen Filmfotografieren.
Dieser verzögerte Arbeitsablauf kann jedoch auch als Vorteil gesehen werden. In einer Zeit, in der Bilder sofort überprüft, bearbeitet und geteilt werden, schafft die Verzögerung eine andere Beziehung zum Fotografieren. Ausserdem zwingt sie dazu, jede Aufnahme bewusster zu gestalten.
Kickstarter-Kampagne aus der Schweiz
Die Kampagne läuft auf Kickstarter und hat ein Finanzierungsziel von 35’000 Schweizer Franken. Mit 318’000.- hat das Projekt das Ziel um ein Zehnfaches bereits übertroffen. Das Projekt trägt den Slogan «One Roll. No Screen. Pure Shooting.» Damit beschreibt I’m Back treffend das Kernversprechen des digitalen Filmeinsatzes.
Bisher haben Medien wie PetaPixel und Digital Camera World über das Projekt berichtet. Beide Publikationen heben die technische Weiterentwicklung gegenüber früheren Versionen hervor. Diese Erwähnung auf international angesehen Plattformen haben dem Schweizer Unternehmen mit Sitz in Lugano sicher nicht geschadet☺️.
Ein neues Segment zwischen analog und digital
Der I’m Back Roll APS-C lässt sich schwer in eine bestehende Kategorie einordnen. Er ist weder klassische Filmfotografie noch konventionelle Digitalfotografie. Dadurch entsteht eine eigenständige Erfahrung, die durch den Prozess des Fotografierens definiert wird.
Analoge Kameragehäuse werden dadurch nicht museale Objekte, sondern aktive Werkzeuge. Gleichzeitig bleibt die taktile Erfahrung des manuellen Filmtransports und des mechanischen Verschlusses erhalten. Somit verbindet der digitale Filmeinsatz zwei Welten auf ungewöhnliche Weise.
Ob das Konzept den Sprung vom Nischenprodukt zum breiteren Markt schafft, wird der Verlauf der Kickstarter-Kampagne zeigen. Dennoch ist klar: I’m Back hat mit dem APS-C-Sensor einen bedeutenden technischen Schritt gemacht. Der digitale Filmeinsatz ist ausgereifter und praxistauglicher als je zuvor.
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