Zürcher Wirtschaft kühlt ab — was das für deine Auftragslage als Video-Profi bedeutet
Das Konjunkturboard Zürich meldet verhaltenes Wachstum, die Arbeitslosigkeit ist gestiegen. Für Video-Profis in Zürich bedeutet das: Budgets werden zuerst dort gekürzt. Was du jetzt tun kannst.
Das Wichtigste in Kürze

- Das Konjunkturboard Zürich prognostiziert für 2026 ein moderates BIP-Wachstum von real 1–1,5 % (sporteventbereinigt) — die Arbeitslosigkeit ist über die letzten zwölf Monate gestiegen und die Zahl offener Stellen rückläufig.
- Marketingbudgets werden in Abschwungphasen erfahrungsgemäss zuerst gekürzt — laut bvik-Studie sanken B2B-Marketingbudgets 2025 erstmals seit fünf Jahren um durchschnittlich 3,1 %.
- Short-Form-Video (unter 60 Sekunden) liefert laut HubSpot State of Marketing Report 2026 den höchsten ROI aller Content-Formate — und ist damit das Format, das Kunden am wenigsten streichen wollen.
- Creator, die Marketingwissen mitbringen — Funnels verstehen, Wirkung messen, Plattformen kennen — sind deutlich krisenresistenter als reine Kamera-Operator.
- Persönliche Akquise bei KMUs und gezieltes Multi-Platform-Denken schon am Drehtag sind zwei Hebel, die sofort wirken.
Die Meldung klingt unspektakulär, hat aber konkrete Konsequenzen für die Videoproduktion in Zürich: Das Konjunkturboard Zürich beurteilt die Zürcher Wirtschaft als «verhalten, aber robust». Im zweiten Halbjahr 2025 sind die Gesamtexporte des Kantons um 2 % gesunken, die Arbeitslosigkeit hat über das Jahr hinweg zugelegt. Der Arbeitsmarkt verliert an Dynamik — die Zahl offener Stellen geht zurück, und die Unternehmen hatten im vergangenen Jahr mit US-Zöllen, Geopolitik und globaler Wachstumsschwäche zu kämpfen. Das SECO erwartet für die Schweiz 2026 ein deutlich unterdurchschnittliches Wachstum von 1,0 %, die ETH-Konjunkturforschungsstelle KOF sogar nur 0,9 %. Für Zürich rechnet das Konjunkturboard mit 1–1,5 % realem BIP-Wachstum — kein Einbruch, aber eben auch kein Rückenwind.
Für freischaffende Video-Profis und Solo-Producer bedeutet das konkret: Die Firmenkunden, die dein Bread-and-Butter-Geschäft ausmachen, werden enger rechnen. Und sie fangen meistens dort an zu kürzen, wo der ROI am schwersten zu beziffern ist — beim Marketing- und Videobudget. Das ist kein Naturgesetz, aber ein sehr verlässliches Muster.
Was passiert mit Marketingbudgets in der Konjunktur-Abkühlung?
Die Zahlen sind ernüchternd präzise: Eine Studie des deutschen Bundesverbands Industriekommunikation (bvik) zeigt, dass die B2B-Marketingbudgets der Industrie 2025 erstmals seit fünf Jahren um durchschnittlich 3,1 % gesunken sind — während gleichzeitig die externen Dienstleistungspreise um 17 % gestiegen sind. Das heisst: Weniger Geld, mehr zahlen, höherer Druck auf Effizienz. Und wer unter den externen Dienstleistern landet, wenn gekürzt wird? Richtig: Video-Produktionen, die keinen direkt messbaren ROI vorweisen können.
Die gute Nachricht: Laut HubSpot State of Marketing Report 2026 setzen 91 % aller Unternehmen Video als Marketing-Tool ein, und 93 % halten es für einen wichtigen Teil ihrer Strategie. Video verschwindet nicht — es wandelt sich. Die Nachfrage verlagert sich von aufwendigen Image-Produktionen hin zu Formaten, die schnell, günstig und messbar wirken.
Welche Formate sind jetzt gefragt?

Drei Formate zeigen im aktuellen Marktumfeld klare Stärke:
| Format | Warum es jetzt funktioniert | Stärke |
|---|---|---|
| Short-Form-Video (unter 60 Sek.) | Höchster ROI aller Content-Formate (HubSpot State of Marketing 2026: 49 % der Marketer nennen es als stärkstes Format) | Günstig in der Produktion, sofort messbar, plattformübergreifend verwertbar |
| KI-gestützte Produktion | AI-Tools (Runway, CapCut AI, DaVinci Resolve AI-Features) reduzieren Produktionszeiten um 50–90 % | Deutlich tieferer Stundensatz möglich ohne Margenverlust, schnellere Iterationen für den Kunden |
| Erklärvideos / Testimonials (Mid-Length 1–5 Min.) | Long- und Mid-Form-Video wird von B2B-Käufern gezielt vor Kaufentscheidungen konsultiert — es schafft Vertrauen und Tiefe, die kurze Clips nicht leisten | Direkt im Sales-Funnel verankert — Budget kommt aus dem Sales-Topf, nicht aus Marketing |
Kurz gesagt: Wer seinen Kunden eine Produktion verkauft, die sie auf TikTok, Reels und LinkedIn gleichzeitig ausspielen können — ohne dreifaches Budget — hat gegenüber dem Wettbewerb einen klaren Vorteil.
Nur filmen reicht nicht mehr — was du zusätzlich draufhaben solltest
Das ist die eigentliche Kernbotschaft dieses Trend-Briefs, und sie ist unangenehm direkt: Wer bisher ausschliesslich gefilmt und geschnitten hat, hat ein Angebot, das leicht ersetzbar ist. Die Creator, die in einem schwierigen Markt ihre Auftragslage halten oder sogar ausbauen, bringen etwas mit, das kein KI-Tool so einfach repliziert — nämlich strategisches Verständnis dafür, warum ein Video existiert.
Das beginnt schon in der Vorbereitung: Wer die richtigen Protagonistinnen und Protagonisten für eine Story findet — glaubwürdig, authentisch, mit der Botschaft im Blut — liefert mehr als technisch sauberes Material. Das ist konzeptionelle Arbeit, die Kunden als echten Mehrwert wahrnehmen und auch bezahlen.
Marketingwissen ist kein Nice-to-have
Hier liegt die grösste Chance für Video-Profis, die sich breiter aufstellen wollen. Marketingvorgesetzte messen nach ROI. Wenn du als Creator nicht nur «ein schönes Video» lieferst, sondern auch erklären kannst, wie und wo es eingesetzt werden soll — organisch, als Paid Media, oder gar als Earned Media via PR — dann sitzt du plötzlich anders am Tisch.
- Funnels verstehen: In welcher Phase der Customer Journey wirkt welches Format? Ein Awareness-Reel funktioniert anders als ein Conversion-Video auf einer Landing Page.
- Zielgruppen und Personas: Wer schaut das Video wirklich? Was ist ihr Problem? Was bringt sie zum Handeln?
- Plattformen kennen: Instagram-Reels unter 90 Sekunden performen am besten, TikTok belohnt Serienformate, LinkedIn funktioniert bei Thought Leadership. Diese Unterschiede müssen schon am Drehtag berücksichtigt werden — nicht erst im Schnitt.
Wirkungsmessung: Die unterschätzte Superkraft
Viele Creator meiden GA4, Meta Reports oder die Google Search Console — weil der Einstieg hoch erscheint. Das ist ein Irrtum, der sich rächt. Mit GA4 kannst du über «Enhanced Measurement» Video-Starts, Progress-Events (25 %, 50 %, 75 %) und Completions automatisch tracken — ohne eine einzige Zeile Code. Wer seinen Kunden nach vier Wochen einen Report liefert, der zeigt, dass 73 % der Zuschauerinnen das Video bis zur Hälfte angeschaut haben und die Conversion-Rate auf der Landing Page um 40 % gestiegen ist, bekommt den nächsten Auftrag. Garantiert.
Und dieser Mehrwert kostet dich nichts ausser etwas Einarbeitungszeit. Es lohnt sich.
Schon am Drehtag multi-platform denken
Ein konkreter Tipp, der sich sofort umsetzen lässt: Plant eure Drehs so, dass ihr mit einem Einsatz mehrere Plattformen bedienen könnt. Das bedeutet nicht, fünf Videos gleichzeitig zu drehen — es bedeutet, in unterschiedlichen Formaten und mit unterschiedlichen Hooks zu denken, bevor die Kamera überhaupt aufgebaut ist.
- Vertikal und horizontal: Dreht B-Roll immer in beiden Orientierungen — 9:16 für Reels und Stories, 16:9 für YouTube und LinkedIn.
- Hook-Varianten: Plant zwei oder drei verschiedene Einstiegssätze (Hooks) für dasselbe Kernmaterial — einer für Instagram («Das passiert, wenn du X nicht machst»), einer für LinkedIn («Drei Erkenntnisse aus einem Dreh mit Alpine Rettung Schweiz»), einer für TikTok (direkt rein, ohne Intro).
- Interviews in verschiedenen Längen: Plant Gesprächssequenzen, die sowohl als 30-Sekunden-Clip als auch als 3-Minuten-Erklärvideo funktionieren. Eine gute Antwort auf eine gute Frage gibt das meistens her.
Wer das seinem Kunden so erklärt — «Wir produzieren heute Inhalte für vier Kanäle statt für einen» — hebt seinen wahrgenommenen Wert massiv an, ohne den Drehtag deutlich zu verlängern.
Akquise: Persönlich, direkt, jetzt

Konjunkturelle Abkühlungen sind paradoxerweise ein guter Zeitpunkt, um sichtbarer zu werden. Warum? Weil viele Mitbewerber in einer Unsicherheitsphase abtauchen und aufhören zu kommunizieren. Wer jetzt präsent ist, fällt mehr auf.
Zwei Kanäle funktionieren dabei besonders zuverlässig:
- Persönliche Kontakte pflegen: Nicht E-Mails schreiben, sondern anrufen, Kaffee trinken, vorbeigehen. Gerade KMUs in Zürich und der Region entscheiden Videos nach Vertrauen — und Vertrauen baut man nicht über ein Portfolio-PDF auf.
- KMUs direkt anfragen: Laut einer neuen Studie des Kantons Zürich (Medienmitteilung 23. Juni 2026) stärken kleine und mittlere Unternehmen die Zürcher Wirtschaft im Zusammenspiel mit Grossunternehmen. KMUs haben Kommunikationsbedarf — viele haben nur noch nie jemanden gefunden, der ihre Sprache spricht und ihnen zeigt, wie ein Video ihren Umsatz steigert.
Wer seinen Kunden nicht nur ein Video anbietet, sondern einen konkreten Vorschlag macht — «Das würde ich als organischen Post, als Paid-Anzeige und als Story-Version umsetzen, und so messen wir den Erfolg» — sitzt in einer anderen Preiskategorie. Nicht weil er teurer ist, sondern weil er mehr liefert.
Wer sich tiefer in Video-Strategie, Schnitt-Effizienz und das Zusammenspiel von Produktion und Plattformen einarbeiten will, findet bei uns praxisnahe Kurse zu KI-Tools für Videoproduktion sowie DaVinci Resolve Kurse — mit Fokus auf sofort anwendbare Workflows.
FAQ
Wie stark kühlt die Zürcher Wirtschaft wirklich ab?
Das Konjunkturboard Zürich spricht von einer «verhaltenen, aber robusten» Lage. Für 2026 wird ein moderates BIP-Wachstum von real 1–1,5 % erwartet. Die Arbeitslosigkeit ist über die letzten zwölf Monate gestiegen und die Zahl offener Stellen zurückgegangen. Das Konjunkturboard erwartet, dass sich dieser Anstieg 2026 mit der Stabilisierung der Konjunktur abflacht.
Welches Videoformat hat aktuell den höchsten ROI für Kunden?
Short-Form-Video unter 60 Sekunden führt laut HubSpot State of Marketing Report 2026 die ROI-Rangliste an: 49 % der Marketer nennen es als stärkstes Format, gefolgt von Long-Form-Video (29 %) und Livestreaming (25 %). Die drei umsatzstärksten Content-Formate sind damit allesamt Video.
Muss ich wirklich GA4 lernen, oder reichen Plattform-Insights?
Plattform-Insights (Meta, LinkedIn, YouTube Studio) sind ein guter Einstieg. GA4 lohnt sich zusätzlich, weil es zeigt, was nach dem Klick passiert — ob Zuschauer wirklich kaufen oder kontaktieren. Mit aktiviertem Enhanced Measurement trackt GA4 Video-Plays automatisch, ohne Programmieraufwand.
Wie akquiriere ich als Solo-Producer in einem schwachen Markt am effektivsten?
Direkte persönliche Kontakte und gezielte KMU-Ansprache funktionieren besser als passive Portfolio-Präsenz. Konkret: Biete beim ersten Gespräch nicht nur ein Video an, sondern einen Distributions- und Messvorschlag. Das hebt dich von 90 % der Mitbewerber ab — und rechtfertigt einen höheren Preis.
Willst du ein Videoprofi werden?
Mit unseren Kursen zu allen Themen in der Videoproduktion kannst du dich fit machen für professionelle Videos!
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