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Zürcher Wirtschaft kühlt ab — was das für deine Auftragslage als Video-Profi bedeutet

Marketing

Das Konjunkturboard Zürich meldet verhaltenes Wachstum, die Arbeitslosigkeit ist gestiegen. Für Video-Profis in Zürich bedeutet das: Budgets werden zuerst dort gekürzt. Was du jetzt tun kannst.

Ein Video-Creator hält in der einen Hand eine Sony FX3 Cinema-Kamera und in der anderen ein MacBook mit vertikal geteiltem Bildschirm — links ein Google-Analytics-Dashboard, rechts eine DaVinci-Resolve-Schnitt-Timeline — und blickt konzentriert auf den Screen. Dunkler Studiohintergrund mit pinkem Streiflicht.
Multidisziplinär aufgestellt: Wer Kamera, Schnitt und Wirkungsmessung beherrscht, bleibt auch in einem engeren Markt gefragt. Bild: KI-generiert

Das Wichtigste in Kürze

Zürcher Konjunktur auf einen Blick: Die wichtigsten Kennzahlen für Video-Profis in der aktuellen Abschwungphase.
Zürcher Konjunktur auf einen Blick: Die wichtigsten Kennzahlen für Video-Profis in der aktuellen Abschwungphase.

Die Meldung klingt unspektakulär, hat aber konkrete Konsequenzen für die Videoproduktion in Zürich: Das Konjunkturboard Zürich beurteilt die Zürcher Wirtschaft als «verhalten, aber robust». Im zweiten Halbjahr 2025 sind die Gesamtexporte des Kantons um 2 % gesunken, die Arbeitslosigkeit hat über das Jahr hinweg zugelegt. Der Arbeitsmarkt verliert an Dynamik — die Zahl offener Stellen geht zurück, und die Unternehmen hatten im vergangenen Jahr mit US-Zöllen, Geopolitik und globaler Wachstumsschwäche zu kämpfen. Das SECO erwartet für die Schweiz 2026 ein deutlich unterdurchschnittliches Wachstum von 1,0 %, die ETH-Konjunkturforschungsstelle KOF sogar nur 0,9 %. Für Zürich rechnet das Konjunkturboard mit 1–1,5 % realem BIP-Wachstum — kein Einbruch, aber eben auch kein Rückenwind.

Für freischaffende Video-Profis und Solo-Producer bedeutet das konkret: Die Firmenkunden, die dein Bread-and-Butter-Geschäft ausmachen, werden enger rechnen. Und sie fangen meistens dort an zu kürzen, wo der ROI am schwersten zu beziffern ist — beim Marketing- und Videobudget. Das ist kein Naturgesetz, aber ein sehr verlässliches Muster.

Was passiert mit Marketingbudgets in der Konjunktur-Abkühlung?

Die Zahlen sind ernüchternd präzise: Eine Studie des deutschen Bundesverbands Industriekommunikation (bvik) zeigt, dass die B2B-Marketingbudgets der Industrie 2025 erstmals seit fünf Jahren um durchschnittlich 3,1 % gesunken sind — während gleichzeitig die externen Dienstleistungspreise um 17 % gestiegen sind. Das heisst: Weniger Geld, mehr zahlen, höherer Druck auf Effizienz. Und wer unter den externen Dienstleistern landet, wenn gekürzt wird? Richtig: Video-Produktionen, die keinen direkt messbaren ROI vorweisen können.

Die gute Nachricht: Laut HubSpot State of Marketing Report 2026 setzen 91 % aller Unternehmen Video als Marketing-Tool ein, und 93 % halten es für einen wichtigen Teil ihrer Strategie. Video verschwindet nicht — es wandelt sich. Die Nachfrage verlagert sich von aufwendigen Image-Produktionen hin zu Formaten, die schnell, günstig und mess­bar wirken.

Welche Formate sind jetzt gefragt?

Smartphone-Bildschirm zeigt eine Video-Editing-App im Hochformat für Short-Form-Videoproduktion. Sichtbar sind eine Video-Timeline mit mehreren Clips (Strand, Gebäude), grüne Audiowaveform darunter, Zeitstempel (0:33–0:45), Navigations-Buttons oben, sowie Funktionstasten unten: Plus, Split und Delete. Ein Finger tippt auf die Tim
Vertikales Videoformat auf dem Smartphone: Timeline mit Clips, Audiowaveform und Split-Funktion — die Basis für schnelle Short-Form-Produktion. Foto: Studio 1

Drei Formate zeigen im aktuellen Marktumfeld klare Stärke:

Format Warum es jetzt funktioniert Stärke
Short-Form-Video (unter 60 Sek.) Höchster ROI aller Content-Formate (HubSpot State of Marketing 2026: 49 % der Marketer nennen es als stärkstes Format) Günstig in der Produktion, sofort messbar, plattformübergreifend verwertbar
KI-gestützte Produktion AI-Tools (Runway, CapCut AI, DaVinci Resolve AI-Features) reduzieren Produktionszeiten um 50–90 % Deutlich tieferer Stundensatz möglich ohne Margenverlust, schnellere Iterationen für den Kunden
Erklärvideos / Testimonials (Mid-Length 1–5 Min.) Long- und Mid-Form-Video wird von B2B-Käufern gezielt vor Kaufentscheidungen konsultiert — es schafft Vertrauen und Tiefe, die kurze Clips nicht leisten Direkt im Sales-Funnel verankert — Budget kommt aus dem Sales-Topf, nicht aus Marketing

Kurz gesagt: Wer seinen Kunden eine Produktion verkauft, die sie auf TikTok, Reels und LinkedIn gleichzeitig ausspielen können — ohne dreifaches Budget — hat gegenüber dem Wettbewerb einen klaren Vorteil.

Nur filmen reicht nicht mehr — was du zusätzlich draufhaben solltest

Das ist die eigentliche Kernbotschaft dieses Trend-Briefs, und sie ist unangenehm direkt: Wer bisher ausschliesslich gefilmt und geschnitten hat, hat ein Angebot, das leicht ersetzbar ist. Die Creator, die in einem schwierigen Markt ihre Auftragslage halten oder sogar ausbauen, bringen etwas mit, das kein KI-Tool so einfach repliziert — nämlich strategisches Verständnis dafür, warum ein Video existiert.

Das beginnt schon in der Vorbereitung: Wer die richtigen Protagonistinnen und Protagonisten für eine Story findet — glaubwürdig, authentisch, mit der Botschaft im Blut — liefert mehr als technisch sauberes Material. Das ist konzeptionelle Arbeit, die Kunden als echten Mehrwert wahrnehmen und auch bezahlen.

Marketingwissen ist kein Nice-to-have

Hier liegt die grösste Chance für Video-Profis, die sich breiter aufstellen wollen. Marketingvorgesetzte messen nach ROI. Wenn du als Creator nicht nur «ein schönes Video» lieferst, sondern auch erklären kannst, wie und wo es eingesetzt werden soll — organisch, als Paid Media, oder gar als Earned Media via PR — dann sitzt du plötzlich anders am Tisch.

Wirkungsmessung: Die unterschätzte Superkraft

Viele Creator meiden GA4, Meta Reports oder die Google Search Console — weil der Einstieg hoch erscheint. Das ist ein Irrtum, der sich rächt. Mit GA4 kannst du über «Enhanced Measurement» Video-Starts, Progress-Events (25 %, 50 %, 75 %) und Completions automatisch tracken — ohne eine einzige Zeile Code. Wer seinen Kunden nach vier Wochen einen Report liefert, der zeigt, dass 73 % der Zuschauerinnen das Video bis zur Hälfte angeschaut haben und die Conversion-Rate auf der Landing Page um 40 % gestiegen ist, bekommt den nächsten Auftrag. Garantiert.

Und dieser Mehrwert kostet dich nichts ausser etwas Einarbeitungszeit. Es lohnt sich.

Schon am Drehtag multi-platform denken

Ein konkreter Tipp, der sich sofort umsetzen lässt: Plant eure Drehs so, dass ihr mit einem Einsatz mehrere Plattformen bedienen könnt. Das bedeutet nicht, fünf Videos gleichzeitig zu drehen — es bedeutet, in unterschiedlichen Formaten und mit unterschiedlichen Hooks zu denken, bevor die Kamera überhaupt aufgebaut ist.

  1. Vertikal und horizontal: Dreht B-Roll immer in beiden Orientierungen — 9:16 für Reels und Stories, 16:9 für YouTube und LinkedIn.
  2. Hook-Varianten: Plant zwei oder drei verschiedene Einstiegssätze (Hooks) für dasselbe Kernmaterial — einer für Instagram («Das passiert, wenn du X nicht machst»), einer für LinkedIn («Drei Erkenntnisse aus einem Dreh mit Alpine Rettung Schweiz»), einer für TikTok (direkt rein, ohne Intro).
  3. Interviews in verschiedenen Längen: Plant Gesprächssequenzen, die sowohl als 30-Sekunden-Clip als auch als 3-Minuten-Erklärvideo funktionieren. Eine gute Antwort auf eine gute Frage gibt das meistens her.

Wer das seinem Kunden so erklärt — «Wir produzieren heute Inhalte für vier Kanäle statt für einen» — hebt seinen wahrgenommenen Wert massiv an, ohne den Drehtag deutlich zu verlängern.

Akquise: Persönlich, direkt, jetzt

Holztisch mit aufgeklapptem Laptop, spiralgebundenem Notizbuch, Kugelschreiber und weißer Kaffeetasse auf Untertasse. Schwarzer Stuhl im Hintergrund.
Arbeitsplatz für Akquise-Gespräche: Laptop, Notizbuch und Kaffee — die klassischen Werkzeuge für direkte KMU-Ansprache statt digitale Massenmail. Foto: Sora Shimazaki via Pexels

Konjunkturelle Abkühlungen sind paradoxerweise ein guter Zeitpunkt, um sichtbarer zu werden. Warum? Weil viele Mitbewerber in einer Unsicherheitsphase abtauchen und aufhören zu kommunizieren. Wer jetzt präsent ist, fällt mehr auf.

Zwei Kanäle funktionieren dabei besonders zuverlässig:

Wer seinen Kunden nicht nur ein Video anbietet, sondern einen konkreten Vorschlag macht — «Das würde ich als organischen Post, als Paid-Anzeige und als Story-Version umsetzen, und so messen wir den Erfolg» — sitzt in einer anderen Preiskategorie. Nicht weil er teurer ist, sondern weil er mehr liefert.

Wer sich tiefer in Video-Strategie, Schnitt-Effizienz und das Zusammenspiel von Produktion und Plattformen einarbeiten will, findet bei uns praxisnahe Kurse zu KI-Tools für Videoproduktion sowie DaVinci Resolve Kurse — mit Fokus auf sofort anwendbare Workflows.

FAQ

Wie stark kühlt die Zürcher Wirtschaft wirklich ab?

Das Konjunkturboard Zürich spricht von einer «verhaltenen, aber robusten» Lage. Für 2026 wird ein moderates BIP-Wachstum von real 1–1,5 % erwartet. Die Arbeitslosigkeit ist über die letzten zwölf Monate gestiegen und die Zahl offener Stellen zurückgegangen. Das Konjunkturboard erwartet, dass sich dieser Anstieg 2026 mit der Stabilisierung der Konjunktur abflacht.

Welches Videoformat hat aktuell den höchsten ROI für Kunden?

Short-Form-Video unter 60 Sekunden führt laut HubSpot State of Marketing Report 2026 die ROI-Rangliste an: 49 % der Marketer nennen es als stärkstes Format, gefolgt von Long-Form-Video (29 %) und Livestreaming (25 %). Die drei umsatzstärksten Content-Formate sind damit allesamt Video.

Muss ich wirklich GA4 lernen, oder reichen Plattform-Insights?

Plattform-Insights (Meta, LinkedIn, YouTube Studio) sind ein guter Einstieg. GA4 lohnt sich zusätzlich, weil es zeigt, was nach dem Klick passiert — ob Zuschauer wirklich kaufen oder kontaktieren. Mit aktiviertem Enhanced Measurement trackt GA4 Video-Plays automatisch, ohne Programmieraufwand.

Wie akquiriere ich als Solo-Producer in einem schwachen Markt am effektivsten?

Direkte persönliche Kontakte und gezielte KMU-Ansprache funktionieren besser als passive Portfolio-Präsenz. Konkret: Biete beim ersten Gespräch nicht nur ein Video an, sondern einen Distributions- und Messvorschlag. Das hebt dich von 90 % der Mitbewerber ab — und rechtfertigt einen höheren Preis.

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