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SmartLog Kamera-Report-App: Kein Abo, kein Konto, keine offene Rechnung am Set

Software & Tools

SmartLog ist eine kostenlose Kamera-Report-App für Filmsets: Take-Logging, PDF/CSV-Export und Daten zu 87 Kamerakörpern, ganz ohne Abo oder Konto.

Eine Person hält ein Smartphone mit geöffneter SmartLog Kamera-Report-App vor die Kamera. Die Anzeige zeigt Geräte-, Karten- und Batterieangaben; daneben liegt ein Koffer mit mehreren Objektiven.
Kameraobjektive im Transportkoffer, dazu die SmartLog-App mit Geräte- und Batterieübersicht für den Kamera-Report. Bild: 3dfilmparts

Das Wichtigste in Kürze

Eine Kamera-Report-App, die nichts kostet, keinen Account verlangt und trotzdem tiefer in die Kamera-Materie geht als etablierte Bezahl-Tools: Das verspricht SmartLog, ein neues Werkzeug von 3D Film Parts. Das australische Unternehmen ist bisher vor allem für 3D-gedrucktes Set-Zubehör bekannt, etwa Monitor-Hoods, Cart-Halterungen und Docks für den DJI Ronin 4D. Mit SmartLog wagt sich die Firma erstmals in reine Software vor, und zwar in einen Bereich, der bislang von Abo-Apps wie MovieSlate oder von teurer DIT-Software wie Silverstack dominiert wird.

SmartLog Kamera-Report-App: Was steckt dahinter, und für wen ist sie gedacht?

SmartLog richtet sich an die Kameraabteilung am Set: 2nd AC, Loader, 1st AC und DIT. Wer Takes protokolliert, kennt das Problem: Ein Kamera-Report muss während des Drehtags exakt und lückenlos entstehen, weil die Postproduction später jeden Clip anhand von Szene, Take, Rolle, Timecode und Objektiv zuordnen muss. Genau diesen Workflow bildet SmartLog ab. Man loggt Takes während des Drehs, und der fertige Report schreibt sich von selbst.

Das Besondere: Es gibt kein Konto, kein Abo und keine Internetverbindung, die zwingend nötig wäre. Die Daten bleiben laut Hersteller auf dem Gerät, nichts wird hochgeladen oder gehasht. Jede Änderung an einem bestehenden Take zeigt zuerst eine Vorschau, danach lässt sich der Schritt einmal rückgängig machen. 3D Film Parts finanziert sich über Hardware-Verkäufe, nicht über Software, deshalb bleibt SmartLog nach eigener Aussage dauerhaft gratis.

Welche Funktionen bietet die Beta-Version?

Der Bildschirm der Filmprotokoll-App zeigt die Takes für Szene 21B aus „Night Swim“ an, einschließlich Kameraeinstellungen, Zeitstempel, den Markierungen „GOOD“ oder „FALSE“ sowie den Schaltflächen „Neu“ und „Gleich“ am unteren Rand.
SmartLogs Hauptfunktion besteht im Speichern von technisches Details zu einzelnen Takes

Im Kern stehen 19 Rechner für die Kameraabteilung zur Verfügung, die typische Set-Fragen in Sekunden beantworten:

Die Benutzeroberfläche für die Kameraeinstellungen der SmartLog Kamera-Report-App zeigt ein 35-mm-Objektiv, eine Blende von T2,0, ISO 800 und einen ND-Filter mit einem Wert von 0,6.
Smartlog bietet auch Kalkulatoren für Brennweite und Belichtung an

Ein generischer Rechner verlangt jedes Mal Sensor, Objektiv, Blende und Bildrate von Hand. In SmartLog übernehmen zwei Buttons diese Arbeit automatisch: «USE THE A CAMERA» und «USE THIS TAKE» ziehen die Werte direkt aus dem aktuellen Setup. Die Rechner funktionieren laut Newsshooter aber auch ganz ohne Vorbelegung, sodass ein 2nd AC auf einem fremden Set einfach vier Zahlen eintippen kann.

Dazu kommt eine Datenbank mit 87 Kamerakörpern und 575 Aufnahmemodi, transkribiert aus den Originaldokumenten der Hersteller. Jeder Wert nennt Dokument, Revision, Seite und Lesedatum als Quelle. Ein konkretes Beispiel aus dem Newsshooter-Bericht: Die ProRes-Datenraten der ARRI ALEXA 35 stammen direkt von ARRI selbst, nicht aus Apples Referenzwerten, die nach Pixelanzahl hochgerechnet werden und laut Newsshooter 13 bis 28 Prozent zu tief liegen.

Wer sich mit solchen Belichtungs- und Sensor-Fragen im Alltag beschäftigt, findet in unseren Kamerakursen das praktische Handwerk dazu, von Tiefenschärfe bis Lichtsetzung.

Wie prüft SmartLog Log gegen Media?

SmartLog liest die tatsächliche Dateiliste direkt von der Karte oder importiert die CSV, die vom DIT zurückkommt, und vergleicht sie mit dem eigenen Log. Weichen Log und Medium voneinander ab, zeigt die App genau das an, inklusive des Takes, der nie protokolliert wurde und im Schnitt später die teuersten Probleme verursacht.

Auch beim Shot-Listen-Abgleich verzichtet die App bewusst auf Wertungen: Wer eine bestehende Shotlist importiert, sieht das geplante Setup neben dem tatsächlich verwendeten, aber die App beschriftet Abweichungen als «changed from plan», nie als «falsch». Der Hintergrund: Wenn eine Kamerafrau oder ein Kameramann auf dem Set spontan das Objektiv wechselt, ist das schlicht Teil des Jobs, kein Fehler.

Eine weitere Praxisfunktion betrifft Timecode-Korrekturen über mehrere Takes hinweg. Läuft eine Kamera etwa von 13:42 Uhr bis zu einem Rejam um 15:06 Uhr acht Frames aus dem Takt, bedeutete das bisher, 27 Takes einzeln zu öffnen und die Timecodes neu einzutippen. SmartLog lässt Kamera, Zeitbereich und Offset auswählen, zeigt alle betroffenen Takes samt neuem Wert an und übernimmt die Korrektur gesammelt. Die Funktion ist Drop-Frame-fähig und rechnet auch über Mitternacht hinweg korrekt.

Rollen, Sync und weitere Features

SmartLog exportiert wahlweise in Formate für Silverstack, Drylab, Resolve, Premiere und Final Cut. Für Teams mit mehreren Geräten gibt es eine Zwei-Geräte-Synchronisation, die bei widersprüchlichen Einträgen beide Antworten behält, statt automatisch eine davon zu verwerfen. Zusätzlich stehen separate Startbildschirme für 2nd AC, Loader, 1st AC, DIT und eine reine Leseansicht bereit.

Eine ungewöhnliche Funktion nennt sich Ghost Frame: Sie legt ein Referenzbild über die Live-Kameraansicht, damit sich ein Setup auch Wochen später exakt wieder herstellen lässt, etwa für Reshoots. Dazu kommen Sternebewertungen für Takes, eine Datumslogik, die bei Nachtdrehs über Mitternacht hinweg korrekt bleibt, sowie eine vollständige Übersetzung ins Spanische neben Englisch.

Wie schlägt sich SmartLog gegen Silverstack und MovieSlate?

Jährliche Kosten der drei Kamera-Report-Lösungen im Vergleich (US-Dollar). MovieSlate 8 Pro als Jahresabo (299.99 USD einmalig) und Silverstack in der Standard- sowie XT-Version; SmartLog ist kostenlos. Quellen: Hersteller-Preislisten.
Jährliche Kosten der drei Kamera-Report-Lösungen im Vergleich (US-Dollar). MovieSlate 8 Pro als Jahresabo (299.99 USD einmalig) und Silverstack in der Standard- sowie XT-Version; SmartLog ist kostenlos. Quellen: Hersteller-Preislisten.

Der Vergleich zeigt vor allem eines: einen fundamental anderen Preisansatz. MovieSlate 8 kostet in den USA 29.99 US-Dollar als App, die Pro-Features kommen als optionales Abo für 9.99 US-Dollar pro Monat oder als Einmalkauf für 299.99 US-Dollar hinzu, so die offizielle Preisliste des Herstellers. Silverstack von Pomfort, das Standard-Tool vieler DITs, kostet laut einer Marktübersicht von Jonny Elwyn 399 US-Dollar pro Jahr in der Standardversion, die umfangreichere XT-Version 599 US-Dollar pro Jahr, jeweils US-Preise.

AppPreisModell
SmartLog0 US-DollarKostenlos, kein Konto, kein Abo
MovieSlate 8 (App)29.99 US-DollarEinmalkauf, Pro-Features optional als Abo
MovieSlate 8 Pro Features9.99 US-Dollar/Monat oder 299.99 US-DollarAbo oder Einmalkauf
Silverstack (Standard)399 US-Dollar/JahrJahres-, Monats- oder 14-Tage-Abo
Silverstack XT599 US-Dollar/JahrJahres-, Monats- oder 14-Tage-Abo

Diese Preise sind US-Preise und lassen sich nicht direkt auf den Schweizer Markt umrechnen, da Anbieter im App Store und bei Jahreslizenzen regional unterschiedlich kalkulieren. Für den Funktionsumfang gilt aber: Silverstack bleibt für professionelles Colour-Management und DIT-Backup-Workflows das etablierte Werkzeug in grösseren Produktionen, während SmartLog sich klar auf das Take-Logging und den Kamera-Report konzentriert und dabei kostenlos bleibt.

Wie kommt man an die Beta und wie geht es weiter?

Die Beta ist laut 3D Film Parts offen für alle, ein Zugang lässt sich über die Beta-Seite per E-Mail anfordern oder per Instagram-Direktnachricht mit dem Stichwort «BETA» an das Firmenkonto. Jedes Feature in der App wurde von einer arbeitenden Filmschaffenden oder einem Filmschaffenden vorgeschlagen und im öffentlich einsehbaren Changelog mit Namen versehen, ein ungewöhnlich transparenter Entwicklungsprozess für eine Set-App.

Langfristig soll SmartLog laut der Produktseite mit einer physischen, 3D-gedruckten digitalen Klappe des Herstellers gekoppelt werden, die sich aktuell in der Testphase befindet. Bis diese Kopplung steht, bleibt SmartLog als eigenständiges Logging-Tool nutzbar, komplett offline und laut Hersteller dauerhaft kostenlos.

FAQ

Ist SmartLog wirklich komplett kostenlos?

Ja. 3D Film Parts finanziert sich über den Verkauf von Set-Hardware und positioniert SmartLog explizit als Gratis-Tool ohne Abo, ohne Werbung und ohne kostenpflichtige Zusatzstufe. Laut Hersteller soll das dauerhaft so bleiben, da die App kein eigenes Umsatzmodell verfolgt.

Läuft SmartLog auch ohne Internetverbindung?

Ja, die App funktioniert offline, sobald sie einmal geöffnet wurde. Daten bleiben auf dem Gerät, nichts wird laut Hersteller automatisch hochgeladen oder an Server übertragen.

Kann SmartLog Silverstack oder MovieSlate komplett ersetzen?

Für reines Take-Logging und Kamera-Reports deckt SmartLog viele Kernfunktionen ab und exportiert direkt in Formate für Silverstack, Resolve, Premiere und Final Cut. Für umfassendes Colour-Management und DIT-Backup-Workflows bleibt spezialisierte Software wie Silverstack XT aber das etablierte Werkzeug grösserer Produktionen.

Auf welchen Geräten läuft SmartLog?

Die App läuft im Browser auf iPhone, iPad und Android und lässt sich zusätzlich als installierte App auf Mac und Windows nutzen. Es ist kein separater App-Store-Download nötig, der Zugang erfolgt über die Beta-Seite von 3D Film Parts.

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