Sonnenfinsternis fotografieren: Warum ein ND1000-Filter deinen Sensor nicht rettet
Heute Abend verdeckt der Mond bis zu 92 Prozent der Sonne über der Schweiz. Ohne Solarfilter drohen Augenschäden und ein beschädigter Kamerasensor.
Das Wichtigste in Kürze
- Heute Mittwoch, 12. August 2026, verdeckt der Mond über der Schweiz je nach Standort zwischen 90,3 und 92,8 Prozent der Sonnenscheibe, in Zürich sind es 90,6 Prozent.
- Die Finsternis beginnt gegen 19:24 Uhr, erreicht ihr Maximum um etwa 20:18 Uhr und ist damit noch vor Sonnenuntergang sichtbar, in Zürich geht die Sonne um 20:42 Uhr unter.
- Ein normaler ND-Filter (auch kein ND1000) schützt den Kamerasensor nicht ausreichend, nötig ist ein zertifizierter Solarfilter mit optischer Dichte 5.0, umgangssprachlich oft «ND100000» genannt.
- Fürs Auge braucht es zwingend eine Sonnenfinsternisbrille nach ISO 12312-2, in der Schweiz waren diese schon Anfang August in vielen Geschäften ausverkauft.
- Total wird die Finsternis nur in Grönland, Island und Nordspanien, die Schweiz erlebt eine tiefe partielle Verfinsterung, die nächste totale Sonnenfinsternis hierzulande folgt erst am 3. September 2081.
Wer die Sonnenfinsternis fotografieren will und heute Abend die Kamera auf die Sonne richtet, filmt eines der seltensten Himmelsschauspiele, die man in der Schweiz zu Lebzeiten sieht, riskiert aber ohne den richtigen Filter einen dauerhaft beschädigten Sensor und geschädigte Augen. Die letzte totale Sonnenfinsternis über Deutschland liegt bereits 1999 zurück, die nächste kommt erst 2081. Heute ist es in der Schweiz, Deutschland und Österreich «nur» eine sehr tiefe partielle Finsternis, optisch aber kaum weniger beeindruckend: Bis zu 92,8 Prozent der Sonnenoberfläche verschwinden hinter dem Mond, kurz vor Sonnenuntergang und in spektakulärer Farbstimmung. Wir zeigen dir, mit welchem minimalen Setup du das Ereignis mit Kamera und Smartphone sauber einfängst, ohne danach ein neues Objektiv kaufen zu müssen.
Wann und wie stark verdunkelt sich die Sonne über der Schweiz?

Die Finsternis läuft heute Abend ab, während die Sonne bereits tief steht. Je weiter du dich im Südwesten der Schweiz befindest, desto höher die Bedeckung. In Genf werden es laut Berechnungen von Sterngucker.de bis zu 92,8 Prozent, in Zürich 90,6 Prozent.
| Stadt | Beginn | Maximum | Bedeckung | Sonnenuntergang |
|---|---|---|---|---|
| Zürich | 19:24 Uhr | 20:18 Uhr | 90,6 % | 20:42 Uhr |
| Basel | 19:24 Uhr | 20:18 Uhr | 90,8 % | 20:47 Uhr |
| Bern | 19:25 Uhr | 20:19 Uhr | 91,4 % | 20:46 Uhr |
| St. Gallen | 19:24 Uhr | 20:17 Uhr | 90,3 % | 20:39 Uhr |
| Luzern | 19:25 Uhr | 20:18 Uhr | 91,1 % | 20:42 Uhr |
| Lausanne | 19:26 Uhr | 20:19 Uhr | 92,3 % | 20:48 Uhr |
| Genf | 19:26 Uhr | 20:20 Uhr | 92,8 % | 20:49 Uhr |
| Lugano | 19:26 Uhr | 20:19 Uhr | 91,9 % | 20:37 Uhr |
In Zürich steht die Sonne im Maximum nur noch etwa 3,1 Grad über dem Horizont, das ist weniger als eine Handbreit mit ausgestrecktem Arm. Wichtiger als jedes Teleobjektiv ist deshalb eine wirklich freie Sicht Richtung Westnordwest, ein Hügel, ein Dach oder ein Balkon ohne Häuserzeile davor entscheidet mehr über dein Bild als die Kamera selbst. In Deutschland liegt die Bedeckung je nach Ort zwischen rund 84 Prozent (Rügen) und gut 90 Prozent (Freiburg im Breisgau), in Österreich zwischen etwa 87 Prozent in Wien und knapp 90 Prozent in Innsbruck, wie unter anderem das Bundesamt für Strahlenschutz und Sterngucker.de aufführen. Ein hübscher Bonus für Nachteulen: In derselben Nacht erreichen die Perseiden ihr Maximum, bei Neumond und damit unter besonders dunklem Himmel.
Sonnenfinsternis fotografieren: Blende, ISO und Verschlusszeit

Automatikmodus funktioniert bei einer Sonnenfinsternis praktisch nie zuverlässig, die Belichtungsmessung deiner Kamera ist auf normale Motive kalibriert, nicht auf eine gefilterte, extrem helle Sonnenscheibe vor dunklem Himmel. Stell deshalb konsequent auf manuellen Modus (M) um und arbeite mit diesen Richtwerten als Ausgangspunkt:
- ISO 100 bis 200, so niedrig wie möglich, um Rauschen zu vermeiden.
- Blende f/8 bis f/11, ein guter Kompromiss aus Schärfe und Lichtmenge.
- Verschlusszeit je nach Filterstärke individuell anpassen: Fang bei kurzen Zeiten wie 1/1000 Sekunde an und korrigiere anhand des Live-View-Bildes, bis der Sonnenrand scharf und kontrastreich erscheint.
- Scharfstellen von Hand, und zwar MIT aufgesetztem Filter statt vorher: Beim Aufschrauben verdreht man leicht den Fokusring, und die zusätzliche Glasfläche verschiebt den Fokus ohnehin ein wenig. Der Unendlich-Anschlag ist kein verlässlicher Punkt, die meisten Objektive fokussieren darüber hinaus.
- Fokuslupe einschalten (je nach Hersteller «Digital Magnification», «Focus Magnifier» oder Lupensymbol, 10- bis 16-fach) und auf den Sonnenrand scharfstellen, er ist auch gefiltert die kontrastreichste Kante im Bild. Focus Peaking hilft beim Finden, flackert an der überstrahlten Kante aber gern; entschieden wird in der Lupe.
- Erst danach Autofokus und Bildstabilisator ausschalten und den Fokusring nicht mehr anfassen, wer auf Nummer sicher geht, klebt ihn ab.
- Fernauslöser oder Selbstauslöser-Timer nutzen, um Verwacklungen zu vermeiden.
Fokussiere und rahme grundsätzlich nur über das Display oder den elektronischen Sucher, niemals über einen optischen Sucher, wie es der Fotograf und Autor Gunther Wegner in seiner Anleitung zur Sonnenfinsternis-Fotografie betont: Ein Sensor lässt sich ersetzen, deine Augen nicht. Wer mit Blende, ISO und Verschlusszeit noch unsicher ist und lieber vor dem grossen Tag nochmal in Ruhe üben will: In unseren Kamerakursen gehen wir genau diese Grundlagen praktisch durch, bevor es an ein Motiv geht, das keine zweite Chance gibt.
Warum ein normaler ND-Filter deinen Sensor nicht rettet
Rechne kurz mit: Für die ungefilterte Sonne braucht es rund 16,6 Blendenstufen Lichtreduktion. Ein ND1000, der stärkste weit verbreitete Fotofilter, bringt zehn. Der variable ND, den die meisten Filmenden ohnehin im Rucksack haben, deckt typischerweise ein bis fünf oder zwei bis fünf Stufen ab, seltener bis sieben. Zwischen dem, was du dabeihast, und dem, was nötig wäre, liegen also rund zehn Blenden, das ist nicht ein bisschen zu wenig, das ist der Faktor tausend. Nötig ist eine optische Dichte von 5.0, umgangssprachlich ND100000 genannt, etwa die Baader AstroSolar Sonnenfilterfolie, die für Auge und Kamera gleichermassen zertifiziert ist.
ND-Faktor, Blendenstufen, optische Dichte: dieselbe Sache, drei Zahlen
Kaum etwas sorgt beim Filterkauf für mehr Verwirrung, weil die Hersteller munter zwischen den drei Angaben wechseln. Sie meinen alle dasselbe:
| Bezeichnung | Faktor | Blendenstufen | Optische Dichte |
|---|---|---|---|
| ND2 | 2× | 1 | 0,3 |
| ND4 | 4× | 2 | 0,6 |
| ND8 | 8× | 3 | 0,9 |
| ND16 | 16× | 4 | 1,2 |
| ND32 | 32× | 5 | 1,5 |
| ND64 | 64× | 6 | 1,8 |
| ND128 | 128× | 7 | 2,1 |
| ND1000 | 1024× | 10 | 3,0 |
| Solarfilter | ≈100 000× | 16,6 | 5,0 |
Der Faktor sagt, durch welchen Wert das Licht geteilt wird: ND8 lässt ein Achtel durch. Die Blendenstufe verdoppelt sich pro Schritt, deshalb sind acht genau drei Stufen. Die optische Dichte ist der Zehnerlogarithmus des Faktors, also 0,3 pro Blendenstufe, das ist die Zahl, die man sich merken sollte: 0,3 ist eine Blende, 3,0 sind zehn, 5,0 sind gut sechzehn. Vorsicht bei den Namen auf dem Filterring: Manche Hersteller nummerieren variable Filter nach Blendenstufen, dann heisst «ND2-5» zwei bis fünf Stufen; andere nach Faktor, dann ist «ND2» eine einzige Stufe. Steht keine Dichte drauf, hilft nur das Datenblatt.
Wie gross das Risiko wirklich ist
Die Blendenzahl ist dabei nicht einmal der wichtigste Grund. Ein Foto-ND dämpft, wofür er gebaut ist: sichtbares Licht. Infrarot lässt er weitgehend durch, und diese Wärmestrahlung heizt Sensor, Verschluss und Blendenlamellen auf, während das Histogramm harmlos aussieht. Ein zertifizierter Solarfilter blockt zusätzlich UV und IR, das ist der eigentliche Unterschied, nicht die Dunkelheit im Sucher.
Wie oft daraus ein echter Schaden wird, lässt sich beziffern. Der Verleiher Lensrentals hat nach der US-Finsternis 2017 seinen Rückläufer-Bestand durchgesehen und aus Tausenden Vermietungen sechs beschädigte Geräte gefunden, deutlich weniger als befürchtet. Die Schäden folgten aber einem klaren Muster: lange Brennweiten (ein 600-mm-Objektiv traf es weit härter als ein 20-mm), Live-View-Betrieb mit dauerhaft belichtetem Sensor, und Einbrennungen nicht nur am Sensor, sondern auch an Verschluss und Blendenlamellen. Ein kurzer Schwenk über die Sonne mit dem Weitwinkel ist also selten das Problem. Wer aber mit 300 oder 400 Millimetern draufhält, die Belichtung minutenlang im Live-View kontrolliert oder einen Zeitraffer über die ganze Finsternis laufen lässt, sammelt genau die Kombination, die die dokumentierten Schäden erzeugt hat. Dann ist der Solarfilter kein Vorsichtsritual, sondern das, was die Kamera heil nach Hause bringt.
Warum erst lange Brennweiten gefährlich werden
Die verbreitete Erklärung, ein Teleobjektiv «bündle mehr Licht», ist dabei streng genommen falsch. Die Lichtstärke auf dem Sensor hängt allein von der Blendenzahl ab: Bei f/8 trifft dieselbe Leistung pro Quadratmillimeter auf, ob 24 oder 600 Millimeter davorsitzen. Was sich mit der Brennweite ändert, ist die Grösse des Sonnenbildchens auf dem Sensor, und damit die Wärmemenge, die an einer Stelle anfällt und seitlich abgeführt werden muss. Die Sonne misst am Himmel gut ein halbes Grad, ihr Bild auf dem Sensor ist deshalb ungefähr die Brennweite geteilt durch 108:
| Brennweite | Sonnenbild auf dem Sensor | Fläche im Vergleich zu 24 mm |
|---|---|---|
| 24 mm | 0,2 mm | 1× |
| 50 mm | 0,5 mm | 4× |
| 100 mm | 0,9 mm | 17× |
| 200 mm | 1,9 mm | 69× |
| 400 mm | 3,7 mm | 278× |
| 600 mm | 5,6 mm | 625× |
Bei 24 Millimetern ist der helle Fleck einen Fünftelmillimeter gross, und die Wärme verteilt sich sofort ins umliegende Silizium, deshalb kannst du mit dem Weitwinkel stundenlang gegen die Sonne drehen, und deshalb hat praktisch jeder Landschaftsfilmer die Sonne regelmässig im Bild, ohne dass je etwas passiert. Bei 400 Millimetern ist derselbe Fleck 3,7 Millimeter breit, also die 278-fache Fläche, und in seiner Mitte kann nichts mehr wegkühlen. Die Gefahr beginnt nicht bei der Sonne im Bild, sondern bei der langen Brennweite plus Zeit.
Reicht nicht auch ND plus UV-Filter?
Nein, und zwar aus zwei Gründen. Ein UV-Filter sperrt Ultraviolett, die Wärme steckt aber im Infrarot, das er praktisch ungehindert durchlässt. Und zwei gestapelte ND-Filter sind nicht nur immer noch mehrere Blendenstufen zu schwach, sie verlagern das Risiko nach vorne: ND-Glas absorbiert die Energie und heizt sich dabei auf. Eine Solarfolie wie die von Baader ist beidseitig metallisiert und reflektiert den grössten Teil, statt ihn zu schlucken, das ist der bauliche Unterschied, nicht bloss die höhere Dichte. Laut Hersteller sperrt sie UV und Infrarot vollständig; die Sperrwirkung reicht bis rund 750 bis 770 Nanometer, längerwelliges Infrarot passiert sie. Für Auge und Kamera ist das unkritisch, es zeigt aber, dass auch «Solarfilter» kein Sammelbegriff für alles ist: Achte auf die Zertifizierung und darauf, ob die Folie für das Auge (optische Dichte 5.0) oder nur für die Kamera (3.8) freigegeben ist.
Kameras ohne mechanischen Verschluss: Der Sensor ist immer im Lichtweg
Für Videoleute wird es hier unangenehm konkret. Die ganze Sony-Cinema-Linie, FX3, FX30, FX6, kommt ohne mechanischen Verschluss aus, und viele Creator-Kameras ohne Sucher ebenso. Sobald so eine Kamera läuft, liegt der Sensor offen im Lichtweg, und es gibt schlicht keine Stellung, in der er geschützt wäre. Ausweichen ist nicht möglich; der Filter vorne am Objektiv ist die einzige Massnahme, die bleibt.
Ganz aus der Welt ist das Thema aber auch mit Verschluss nicht. Im Live-View steht er ohnehin offen, und wo er zufällt, wird er selbst zum Opfer: Unter den 2017 dokumentierten Schäden waren durchgebrannte Verschluss- und Blendenlamellen, nicht nur Sensoren. Ein Verschluss verlagert den Schaden, er verhindert ihn nicht.
Der Sucher ändert daran wenig. Ein elektronischer Sucher zeigt genau das Sensorbild, der Sensor ist also exponiert wie beim Blick aufs Display. Wirklich geschützt ist er nur hinter dem optischen Sucher einer Spiegelreflex, und ausgerechnet dann schaut dein Auge durch die volle Optik direkt in die Sonne, was ungleich schlimmer ausgeht. Es gibt also keine Bauform, bei der ohne Filter beides sicher wäre. Die Frage ist nur, was zuerst Schaden nimmt: die Kamera oder du.
Praktisch heisst das, was in Fotoforen wie Slashcam regelmässig durchgekaut wird: Der Filter gehört aufs Objektiv, bevor die Kamera zum ersten Mal in Richtung Sonne zeigt, nicht erst kurz vor dem Auslösen.
Was Filter und Brille kosten und wo es sie noch gibt
In der Schweiz ist in den Tagen davor ein regelrechter Run auf Schutzbrillen ausgebrochen. Migros, Coop mit den Tochtergesellschaften Jumbo, Fust und Interdiscount sowie DM und Aldi Suisse führen laut Recherchen von Bluewin gar keine Spezialbrillen, und bei Digitec Galaxus war Anfang August nur noch das teuerste Modell in wenigen Exemplaren verfügbar. Wer noch etwas findet, zahlt für einfache Pappbrillen laut 20 Minuten rund 5 bis 6 Franken pro Stück. Bei spezialisierten Anbietern gibt es teils noch bessere Konditionen, wie Watson aufgelistet hat:
| Produkt | Anbieter | Preis |
|---|---|---|
| Bresser Sonnenfinsternis-Brille, 6er-Set | ProAstro Zürich | CHF 24.– für 6 Stück |
| Eintritts-Brille am Watching Event | Verkehrshaus der Schweiz, Luzern | CHF 2.– pro Stück |
Achte beim Kauf zwingend auf die Kennzeichnung ISO 12312-2 und ein CE-Zeichen, rät auch das Bundesamt für Gesundheit. Sonnenbrillen, CDs, Rettungsdecken oder geschwärztes Glas bieten keinen ausreichenden Schutz, egal wie dunkel sie wirken. Für die Kamera braucht es einen eigenen Solarfilter vor dem Objektiv, der nicht mit der Augenschutzbrille verwechselt werden darf. Fertig montierte Schraubfilter für Objektive kosten laut dem europäischen Astrofachhändler Absolute Eclipse zwischen 40 und 90 Euro pro Stück, je nach Filtergewinde-Durchmesser, günstiger und flexibler ist ein zuschneidbares Solarfilter-Blatt, das auf jeden Objektivdurchmesser passt. In der Schweiz führt unter anderem der Berner Astrofachhandel Kropf Multimedia die Baader-Folie.
Sonnenfinsternis mit dem Smartphone filmen
Auch ein Smartphone-Sensor kann bei längerer, ungeschützter Ausrichtung auf die Sonne Schaden nehmen, das Forum Mobilkommunikation warnt laut Leadersnet ausdrücklich davor, die Handykamera ungeschützt längere Zeit auf die Sonne zu richten. Auch Samsung hat gegenüber TechRadar anlässlich der Sonnenfinsternis 2024 empfohlen, bei länger stativfixierten Aufnahmen einen Filter zu verwenden. Für saubere Handyaufnahmen gilt:
- Kleinen Solarfilter (Folie oder Klemm-Filter) vor die Linse setzen, bevor du die Kamera überhaupt auf die Sonne richtest.
- Die optische Telelinse nutzen statt Digitalzoom, dieser vergrössert nur vorhandene Bildpunkte ohne echten Detailgewinn, wie Chip erklärt.
- Pro-Modus der Kamera-App aktivieren, ISO möglichst niedrig, Belichtungszeit kurz halten und manuell auf die Sonne tippen, um die Belichtung herunterzuregeln.
- Smartphone auf einem kleinen Stativ fixieren und den Blitz manuell deaktivieren, in der Dämmerung schaltet er sich sonst oft automatisch zu und bringt nur Reflexionen.
Weil die Schweiz an diesem Abend keine Totalität erlebt, gibt es hier keinen Moment, in dem du den Filter kurz abnehmen dürftest: Solange auch nur eine feine Sonnensichel zu sehen ist, bleibt der Filter drauf, sowohl vor der Kamera als auch vor deinen Augen.
Timelapse: Die ganze Finsternis in einem Clip
Für einen Zeitraffer über die gesamte Finsternis lohnt sich ein gestaffeltes Intervall. Erfahrungsberichte aus dem LRTimelapse-Forum empfehlen für die kritische Phase der stärksten Verfinsterung ein Intervall von 2 bis 3 Sekunden, weil sich hier optisch am meisten verändert, ein zu grosser Abstand lässt den spannendsten Moment zwischen zwei Bildern verschwinden. Für den ruhigeren Beginn und das Ende der partiellen Phase reicht ein deutlich längeres Intervall von 20 bis 30 Sekunden, das spart Speicherplatz und Akku. Wichtig für einen flackerfreien Clip:
- Weissabgleich fix einstellen (nicht Auto), sonst springt die Farbtemperatur von Bild zu Bild.
- Belichtung durchgehend manuell fahren, keine Automatik zwischen den Einzelbildern wechseln lassen.
- Bildstabilisator und Autofokus komplett deaktivieren, beides fördert Flackern in der fertigen Timelapse-Sequenz.
- Kamera im RAW-Format aufnehmen, falls Speicherplatz reicht, das gibt dir in der Nachbearbeitung mehr Spielraum bei Belichtung und Farbe.
FAQ
Kann meine Kamera bei der Sonnenfinsternis wirklich kaputtgehen?
Ja. Ohne zertifizierten Solarfilter kann die durch das Objektiv gebündelte Sonnenstrahlung den Sensor in Sekunden dauerhaft beschädigen, besonders bei Teleobjektiven mit langer Brennweite. Das Risiko ist real und in der Fotobranche gut dokumentiert, nicht nur ein Gerücht.
Reicht ein ND1000-Filter aus, den ich schon besitze?
Nein. Ein ND1000 reduziert das Licht um rund 10 Blendenstufen, für Sonnenaufnahmen braucht es aber eine optische Dichte von 5.0 (rund 16,5 Blendenstufen), umgangssprachlich ND100000 oder ND1000000 genannt. Normale ND-Filter, auch starke, sind für die direkte Sonnenbeobachtung nicht ausreichend abgedunkelt.
Brauche ich eine Schutzbrille, wenn ich nur mit der Kamera filme und nicht selbst hinschaue?
Ja, sobald du die Kamera über einen optischen Sucher ausrichtest oder die Szene mit blossem Auge kontrollierst. Arbeite konsequent über das Display oder den elektronischen Sucher, dann brauchst du für dich selbst zumindest beim Rahmen keinen direkten Blick in die Sonne, eine Schutzbrille bleibt aber für die gelegentliche Kontrolle mit den Augen Pflicht.
Was unterscheidet die Sonnenfinsternis 2026 von der totalen Finsternis 1999?
1999 wurde die Sonne in Teilen Deutschlands komplett verdeckt, es wurde für wenige Minuten dunkel wie in der Nacht. 2026 bleibt es in der Schweiz, Deutschland und Österreich bei einer partiellen Finsternis mit bis zu 92,8 Prozent Bedeckung, komplett dunkel wird es nicht. Die nächste totale Sonnenfinsternis über der Schweiz folgt erst am 3. September 2081.
Willst du die Kamera wirklich verstehen?
Unsere Kurse zu Kamera, Licht und Ton erklären dir, wie du Belichtung, Schärfe und Bildgestaltung gezielt einsetzt.
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