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Sony FX3 Mark II: Was die Community wirklich will – und was Sony sich traut

Kameratechnik

Die Gerüchteküche brodelt: Eine Sony FX3 Mark II soll noch vor Ende Sommer 2026 kommen. Was ist dran – und welche Features wünscht sich die Community wirklich?

Mann hält Sony FX3 Videokamera mit Richtmikrofon – mögliche Basis für die Sony FX3 Mark II mit neuem Sensor und Cinema-Features.
Videograf mit Sony-Kamera und Richtmikrofon: Die FX3 bleibt Einstiegsgerät für Profis – ob Mark II das ändern wird, entscheidet die Community.| Foto: Studio 1

Das Wichtigste in Kürze

Seit der ursprünglichen FX3 im Jahr 2021 auf den Markt kam, hat Sony die kompakte Cinema-Line-Kamera kaum angetastet. Fünf Jahre, eine kleine Bildschirm-Aufwertung beim FX3a (Mai 2025) und eine wenig begeistert aufgenommene FX2 später brodelt die Gerüchteküche rund um die Sony FX3 Mark II. Sonyalpharumors sieht eine 90-prozentige Wahrscheinlichkeit für eine FX3 II im Jahr 2026, ymcinema.com berichtet von einem möglichen Release noch vor Ende Sommer 2026 – fügt aber gleichzeitig hinzu, dass es «noch keine zuverlässigen Spezifikationen zu teilen» gäbe. Kurzum: Der Hype ist real, die Hardware nicht. Zeit, einen nüchternen Blick darauf zu werfen, was die Community wirklich will – und was Sony davon tatsächlich liefern könnte.

Sony FX3 Mark II: Wohin geht die Reise beim Sensor?

Das Kernthema jeder FX3-II-Diskussion ist der Sensor. Die ursprüngliche FX3 teilt sich ihren 12,1-Megapixel-Exmor-R-BSI-CMOS mit der a7S III – ein Chip, der für Lowlight schlicht brillant ist, aber mittlerweile in die Jahre gekommen ist. Die Community spekuliert in zwei Richtungen:

Was die a7R VI (angekündigt Mai 2026) über die Richtung verrät: Sony setzt auf den neuen BIONZ XR2-Prozessor und eine neue NP-SA100-Batterie mit höherer Spannung (7,82 V statt 7,2 V der NP-FZ100). Blogger Matt Johnson hat eine interessante These: Genau diese höhere Spannung ermöglicht überhaupt erst den Betrieb von Features wie dem 32-Bit-Float-XLR-Adapter – wer also in die FX3 II investiert, muss sein Akku-Inventar wohl erneuern.

So könnte die FX3 II aussehen

Progressives KI-Konzept der möglichen Sony FX3 Mark II mit grösserem ausklappbarem Monitor und zwei USB-C-Anschlüssen
Progressives KI-Konzept der möglichen Sony FX3 Mark II – kein offizielles Sony-Material und kein Leak. Visualisiert mehrere Community-Wünsche: einen grösseren, voll ausklappbaren Monitor und zwei USB-C-Anschlüsse. (Bild: KI-Konzept, Studio 1)

Niemand ausserhalb von Sony kennt das Design der FX3 Mark II. Wir haben uns deshalb bewusst etwas hinausgelehnt und die lautesten Wünsche der Community in ein progressives KI-Konzept übersetzt – kein offizielles Sony-Material und kein Leak. Sichtbar gemacht haben wir vor allem den meistgenannten Punkt, einen deutlich grösseren, voll ausklappbaren Monitor, dazu einen zweiten USB-C-Anschluss. Vieles andere – Sensor, internes RAW, ND-Filter – bliebe von aussen ohnehin unsichtbar. Wie realistisch die einzelnen Wünsche wirklich sind, ordnen wir gleich im Detail ein.

Die Community-Wunschliste: Realistisch eingeordnet

Statt die Feature-Liste einfach herunterzubeten, machen wir es sinnvoll: Einschätzung nach Wahrscheinlichkeit. Die folgende Tabelle zeigt, was die FX3-Community fordert – und wie realistisch jedes Feature ist.

FeatureCommunity-WunschRealistisch?
Open Gate RecordingSehr laut – für Anamorphot-Shooting und Vertical-Content in einem Take✅ Wahrscheinlich – Sony-Mitarbeitende hören es auf jedem Event
Internes RAWGrosses Thema – Canon, Nikon, Panasonic und sogar das iPhone bieten es an, Sony nicht⚠️ Möglich – Sony hat XOCN auf Burano/Venice; eine abgespeckte Version denkbar
8K AufnahmeWeit verbreitet als Zukunftssicherung und Reframing-Option⚠️ Möglich, hängt stark vom neuen Sensor ab
32-Bit-Float-AudioSehr präsent – die a7R VI bringt es via XLR-A4-Adapter✅ Sehr wahrscheinlich – via Cinema-Top-Handle mit Lock-Connector
False Color & WaveformLangjährige Forderung, Standard bei Konkurrenz-Kameras✅ Wahrscheinlich – ist auf FX6 und Burano vorhanden
Shutter AngleCinema-Standard – Nutzer wollen weg von Shutter Speed✅ Sehr wahrscheinlich – Sony hat es auf Cine-Line-Kameras standardmässig
Interne ND-FilterDas heisseste Feature der gesamten Debatte❌ Unwahrscheinlich – siehe Analyse unten
25p in XAVC-HSEuropäische und Schweizer Shooter brauchen das dringend✅ Wahrscheinlich – kleines Software-/Firmware-Feature
Fullscreen HDMI-Info auf externem MonitorPraktischer Wunsch für Rig-Setups ohne eigenen LCD✅ Wahrscheinlich – Firmware-nahe Umsetzung
Grösserer, hellerer MonitorFX3-LCD war nie das Highlight, Outdoor-Shooting leidet✅ Wahrscheinlich – FX3a hat bereits nachgebessert
USB-Audio-InFür drahtlose Mikrofon-Systeme via USB-C⚠️ Möglich – a7R VI unterstützt USB Audio Class 2.0
Low-Latency-Audio via Bluetooth KopfhörerÜberwachung von Audio on-set ohne Kabel⚠️ Möglich – hängt von Chip-Architektur ab
2 × USB-C (multifunktional)Für simultanes Laden, Daten und Audio gleichzeitig⚠️ Möglich – würde Gehäuse-Design beeinflussen
Top Handle mit Record-TasteLogischer Wunsch für einfacheres Solo-Shooting✅ Sehr wahrscheinlich – Cinema-Line-Standard
Erweiterte Stabilisation (à la FX2)IBIS + Digital-Hybrid-Kombination für Gimbal-losen Einsatz✅ Wahrscheinlich – FX2 hat es vorgemacht

Unabhängig davon, was Sony liefert: Der Unterschied entsteht hinter der Kamera. Dort setzen die Kurse für Kamera, Licht und Ton an.

Die ND-Filter-Frage: Die heisse Kartoffel

Interne ND-Filter sind das emotionalste Thema der gesamten FX3-II-Debatte. Warum? Weil Sony bewiesen hat, dass es geht: Die Sony Burano bietet einen elektronischen variablen ND-Filter von 0,6 bis 2,1 Blendenstufen, in 7 Schritten oder stufenlos einstellbar – und das in einem kompakten Gehäuse mit E-Mount und PL-Mount sowie IBIS. Technisch ist es also gelöst.

Das Problem ist rein geschäftlicher Natur: Die Burano kostet ein Vielfaches der FX3. Würde Sony die ND-Filter in die FX3 II bringen, hätte sie gegenüber der Burano einen zentralen Differenzierungspunkt weniger. Sony würde sich selbst kannibalisieren – und das weiss Sony natürlich auch.

«The laws of physics are basically working against them, since the filter mechanism would make the camera significantly larger. But I don’t care about the laws of physics. I want Sony to figure it out.» – Matt Johnson, whoismatt.com (Mai 2026)

Klar: Die Physik ist eine Ausrede, keine echte Barriere – die Burano widerlegt das. Die eigentliche Barriere ist die Produktstrategie. Wer die FX3 II mit internen NDs kauft, kauft keine Burano mehr. Und Sony lässt sich sein Premium-Segment nicht so leicht wegschneiden.

Persönliche Einschätzung: Interne ND-Filter werden in der FX3 II fehlen. Falls sie kommen – und ich meine: falls – wäre es einer der grössten Wins für Solo-Operatoren und Run-&-Gun-Crews in Jahren. Sony würde damit in kurzer Zeit sehr viele Nutzer gewinnen. Aber das ist genau der Grund, warum sie es nicht tun werden.

Audio: Hier bewegt sich definitiv etwas

Die Sony a7R VI hat im Mai 2026 mit dem neuen XLR-A4-Adapter 32-Bit-Float-Audio eingeführt – ein klares Signal, wohin die Reise geht. Das ist kein Zufall – es ist ein Ausblick. Für eine Cinema-Kamera wie die FX3 Mark II wäre ein fest integrierter, gelockter Cinema-Handle mit 32-Bit-Float nahezu sicher. Ergänzend dazu stehen auf der Community-Wunschliste:

Die a7R VI zeigt zudem, dass der neue BIONZ XR2-Chip leistungsfähig genug ist, um Audio-Verarbeitung auf diesem Niveau zu stemmen. Die Chancen stehen gut.

Timing und Preis: Noch alles offen

Laut ymcinema.com soll die FX3 II noch vor Ende Sommer 2026 erscheinen – aber ohne belastbare Specs. Gerüchteseitig werden Preise zwischen 3.500 und 4.000 USD genannt – das entspricht grob 3.220 CHF (≈ 3.475 €) bis 3.680 CHF (≈ 3.975 €). Das wäre ein moderates Upgrade gegenüber der originalen FX3 (Markteinführung ca. 3.900 USD / ≈ 3.590 CHF) und würde zur strategischen Positionierung zwischen der a7-Serie und der Burano passen.

Wichtig: Sony kündigt seine Kameras traditionell nicht lange im Voraus an. Wer auf die FX3 II wartet und laufende kommerzielle Produktionen hat, sollte nicht auf Eis legen – der Gerüchtestand heute gibt keine belastbare Kaufentscheidungs-Grundlage.

Was die Konkurrenz längst hat

Ein kurzer Kontext-Check zeigt, wo Sony bei der aktuellen FX3 im Vergleich zur Konkurrenz Aufholbedarf hat:

FeatureSony FX3 (aktuell)Canon EOS C70Nikon Z6 IIISony Burano
Internes RAW❌ Nur externes RAW✅ Cinema RAW Light✅ N-RAW / ProRes RAW✅ X-OCN LT (16-bit)
Interne ND-Filter✅ 2–10 Stops✅ 0,6–2,1
Open Gate⚠️ Teilweise
False Color
32-Bit-Float-Audio✅ (Tascam TMD-AS1)

Die Liste zeigt: Sony hat bei der aktuellen FX3 einige Features, die Konkurrenten längst im Angebot haben, schlicht nicht mitgebracht. Das ist kein Versehen – das ist Produktstrategie. Und genau deshalb ist die Erwartungshaltung an die FX3 II so hoch.

FAQ

Wann kommt die Sony FX3 Mark II raus?

Gerüchte deuten auf einen Release vor Ende Sommer 2026 hin. Sony hat noch nichts offiziell angekündigt. Zuverlässige Specs existieren laut aktuellen Quellen noch nicht – der Termin ist Spekulation, kein Fakt.

Bekommt die FX3 II interne ND-Filter?

Technisch wäre es machbar – die Sony Burano zeigt das. Wahrscheinlich werden sie aber ausbleiben, weil Sony damit die deutlich teurere Burano im eigenen Lineup untergraben würde. Ein klarer Fall von Produktstrategie über Community-Wunsch.

Was ist mit internem RAW auf der FX3 II?

Canon, Nikon, Panasonic und sogar das iPhone bieten interne RAW-Aufnahme – Sony bei der aktuellen FX3 nicht. Für die Mark II gilt internes RAW als realistischer Wunsch: Sony könnte eine abgespeckte Version seines eigenen XOCN-Formats oder ProRes RAW lizenzieren.

Soll ich jetzt eine FX3 kaufen oder auf die Mark II warten?

Wenn du aktive Produktionen hast und die FX3 deine Arbeit verbessert: kaufen. Wenn du komfortabel warten kannst und auf spezifische Features wie Open Gate oder internes RAW angewiesen bist: noch bis Herbst 2026 abwarten und offizielle Ankündigungen beobachten.

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