Sony FX5: Alle Specs, mein erster Eindruck und die nervigen Firmware-Baustellen
Die Sony FX5 ist offiziell enthüllt. Top-Specs, ein hervorragender Sucher und ein starker Autofokus, aber Firmware-Features kommen erst 2027. Sony FX5 Specs und Preise ab 4.600 CHF im Überblick.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Sony FX5 kostet ab 4’600 CHF (≈ 4’968 €) Body only, 5’100 CHF (≈ 5’508 €) mit Handle und 630 CHF (≈ 680 €) für den optionalen Sucher (EVF).
- Die Kamera bietet 5K60p, 4K120p, internem 16bit XOCN Raw und 15+ Blenden Dynamikumfang sowie drei Base ISOs (800, 4000, 12800).
- Zahlreiche Features, darunter Open Gate in XAVC, 5K120p, das vertikale Interface und Stills, kommen erst mit dem Firmware-Update im August 2027. 4K240p im OCN folgt erst im Herbst 2027.
- Der neue Akku ist nicht kompatibel mit bestehenden Sony-Cine-Line-Akkus, bringt aber nur rund 15 % mehr Laufzeit.
- Die Dimensionen (132 × 79 × 86 mm) weichen von der FX3 und FX30 ab, bestehende Rigs und Cages passen nicht mehr.
Heute hat Sony die FX5 offiziell enthüllt, und ich hatte die Gelegenheit, sie direkt in die Hand zu nehmen. Mit Sony FX5 Specs, die auf dem Papier beeindrucken, 5K60p, internes 16bit Raw, drei Base ISOs, ist das kurze Fazit vorab: Die Kamera macht vieles sehr richtig, hat aber eine Handvoll Eigenheiten, die ich dir nicht verschweigen will, darunter Firmware-Versprechen, auf die wir uns bis August 2027 gedulden müssen.
Sony FX5 Specs im Überblick


| Eigenschaft | Sony FX5 | Sony FX3 | Sony FX30 |
|---|---|---|---|
| Maximale Auflösung (Video) | 5K (bis 60p) | DCI 4K (4096 × 2160) | DCI 4K (4096 × 2160) |
| High Frame Rate | 4K120p (5K120p ab 2027) | 4K120p | 4K120p |
| Internes Raw | 16bit XOCN (LT, C1, C2) | Nein | Nein |
| Dynamikumfang | 15+ Blenden | 15+ Blenden | 14+ Blenden |
| Base ISOs | 800 / 4000 / 12800 | 800 / 12800 | 800 / 2500 |
| Audio | 32bit Float (mit Handle) | 24 bit | 24 bit |
| Sucher (EVF) | Optional, 630 CHF (≈ 680 €) | Nein | Nein |
| Konnektivität | 2x USB-C, HDMI Typ A, RJ45, WiFi 6 GHz | USB-C, Micro-USB, HDMI Typ A, WiFi | USB-C, Micro-USB, HDMI Typ A, WiFi |
| Speicher | Dual: CFexpress Typ A 4.0 / SDXC (UHS-II) | Dual: CFexpress Typ A 2.0 / SDXC (UHS-II) | Dual: CFexpress Typ A 2.0 / SDXC (UHS-II) |
| Gewicht | 734 g | 715 g (inkl. Akku und Karte) | 646 g (inkl. Akku und Karte) |
| Abmessungen | 132 × 79 × 86 mm | 129,7 × 77,8 × 84,5 mm | 129,7 × 77,8 × 84,5 mm |
| Preis (Body) | 4’600 CHF (≈ 4’968 €) |
Gewichte: FX3 und FX30 nach Sony inklusive Akku und Speicherkarte, bei der FX5 ist die Messbedingung nicht angegeben.
Was mich wirklich begeistert

Internes Raw: X-OCN C1 und C2
Internes 16bit XOCN Raw ist das grösste Feature-Upgrade gegenüber der FX3. Ausgeliefert wird auch das bekannte X-OCN LT. Neu dazu kommen zwei Varianten, die Sony eigens für tiefe Datenraten entwickelt hat: 4K X-OCN C1 und C2. Besonders C2 ist spannend, weil es Raw-Qualität bis runter auf 232 Mbit/s ermöglicht. Das schont das Budget für neues Speichermedium, was gerade angesichts der aktuellen Preissituation bei CFexpress-Karten nicht unwichtig ist.
Drei Base ISOs
Bisher kannte die FX3 zwei Base ISOs: 800 und 12800. Die FX5 fügt neu ISO 4000 hinzu und schliesst damit den grossen Gap im mittleren Helligkeitsbereich. Nativ reicht der Bereich von ISO 800 bis 409.600, welche Base ISOs greifen, hängt vom gewählten Farbraum ab. Wer viel in wechselnden Lichtbedingungen dreht, wird das zu schätzen wissen.
Der Sucher überzeugt
Der optionale EVF für 630 CHF (≈ 680 €) ist keine Pflichtanschaffung, aber mein erster Eindruck war hervorragend. HDR-Display mit knapp 8 Millionen Dots, kein spürbarer Lag, und der Winkel lässt sich flexibel anpassen. Unter den Suchern, die ich bisher getestet habe, gehört dieser zu den besten.
Autofokus: deutlich spürbar besser
Der AI-basierte Autofokus ist merklich schneller als beim Vorgänger, und ich habe ihn auch in Low-Light-Situationen getestet. Das Ergebnis: beeindruckend. Kein höfliches „solide“, sondern wirklich ein Sprung nach vorne.
Neues Menü von der Venice
Sony hat das Menüsystem von der Venice übernommen, inklusive dem sogenannten „Big 6“-Menü für den schnellen Zugriff auf die wichtigsten Parameter. Wer schon mal mit einer Venice gearbeitet hat, fühlt sich sofort zu Hause.
RJ45 und WiFi 6 GHz
Kein SDI, das hatten einige Gerüchte in Aussicht gestellt. Dafür kommt die FX5 mit einem RJ45-Anschluss für schnelle Internet-Uploads und stabiles Livestreaming. Dazu WiFi 6 GHz, besonders praktisch für alle, die die Sony Monitor Plus oder die M&C App nutzen und das Smartphone als Monitor einsetzen, oder für Multicam-Setups im Streaming-Bereich. Das bisherige WiFi der Cine Line war bei solchen Anwendungen schnell am Anschlag. Gestreamt wird per H.264 über RTMP, RTMPS oder SRT, bis hinauf zu 4K.
Sensor und Stabilisierung
Im Gehäuse steckt ein Full-Frame-BSI-Stacked-CMOS mit 16,6 Megapixeln effektiv (4992 × 3328). Stabilisiert wird per Sensor-Shift über fünf Achsen. Sony gibt 15 Blendenstufen Dynamikumfang an, im Sensor-Overdrive-Modus sogar 16. Das Gehäuse ist aus Magnesiumlegierung, der Verschluss rein elektronisch mit 1/8000 bis 1/24 Sekunde beziehungsweise 4,2 bis 360 Grad Shutter-Winkel.
Vectorscope, Waveform und False Color
Endlich vollständig: Die FX5 bringt Waveform, False Color und Vectorscope mit. Gerade der Vectorscope war bei der Cine Line lange ein schmerzliches Fehlen.
Monitor: breiter, schwenkbarer, heller?
Der neue 3,5-Zoll-Monitor ist breiter als beim Vorgänger, die Höhe bleibt in etwa gleich. Er ist jetzt komplett dreh- und schwenkbar, ähnlich wie bei Sonys Fotoprofi-Modellen. Ich hatte den Eindruck, dass er auch heller ist, konnte das aber noch nicht verifizieren.
Was mich nervt

Firmware-Baustellen bis August 2027

Mehrere Features, die man bei einem Kameraupdate dieser Klasse erwartet, sind beim Launch nicht verfügbar und kommen erst mit einem Firmware-Update im August 2027. Das ist die grosse Einschränkung, und sie ist nicht klein:
- Open Gate in XAVC-Codecs: Open Gate selbst funktioniert ab Werk, aber nur im XOCN Raw (voller Sensor, 4992 × 3328). In den XAVC-Codecs bleibt es bis 2027 gesperrt. Wer Open Gate für Social Media oder Reframing will, muss also entweder in Raw drehen oder warten.
- 5K120p und 4K240p: 5K120p kommt mit dem Update im August 2027. 4K240p im OCN folgt sogar erst im Herbst 2027.
- Vertikales Interface: Das drehbare Interface für Vertical Shooting fehlt beim Launch. Das ist bei einer Kamera, die 2026 auf den Markt kommt, schwer zu verstehen.
- Stills: Die FX5 kann bis zum Firmware-Update 2027 keine Standbilder schiessen. Mit dem Update dann auch nur als Framegrabs aus dem Video, keine echten Fotoaufnahmen.
August 2027. Du liest richtig. Das ist kein Tippfehler.
Neuer Akku: Nachteil für Bestandsnutzer
Die FX5 kommt mit einem neuen Akku-Format (NP-SA100), das nicht kompatibel mit den bisherigen Sony-Cine-Line-Akkus ist. Wer wie ich bereits eine grössere Sammlung aufgebaut hat, fängt von vorne an. Der neue Akku bringt laut Sony rund 15 % mehr Laufzeit, was angesichts des erzwungenen Neubeginns etwas mager wirkt. Hier sieht man, dass die Akkutechnologie in den letzten Jahren keine grossen Sprünge gemacht hat.
Neue Rigs und Cages nötig
Die FX5 ist zwar ähnlich gross wie FX3 und FX30, aber eben nicht identisch. Mit 132 mm Breite, 79 mm Höhe und 86 mm Tiefe weicht sie um einige Millimeter ab, genug, damit bestehende Rigs und Cages nicht mehr passen. Wer aufrüstet, muss also auch Zubehör neu einplanen. Ein Detail versöhnt allerdings: Unten sitzen jetzt zwei 1/4-Zoll-Gewinde statt einem. Das Verdrehen der Stativplatte hat damit endlich ein Ende.
Kein interner ND-Filter
Viele hatten gehofft, Sony würde der FX5 einen internen ND-Filter spendieren, wie ihn die FX6 mitbringt. Er ist nicht dabei. Realistisch war die Hoffnung nie: Ein ND-Rad braucht Bautiefe zwischen Bajonett und Sensor, und genau die gibt dieses kompakte Vollformat-Gehäuse nicht her. Wer mit variablen NDs arbeitet, plant sie also weiterhin vor dem Objektiv ein. Ein Wermutstropfen bleibt es trotzdem, gerade bei Aussendrehs mit offener Blende.
Pro und Contra auf einen Blick
| Pro | Contra |
|---|---|
| Internes 16bit XOCN Raw (X-OCN C1/C2) | Zahlreiche Features erst ab August 2027 per Firmware |
| 3 Base ISOs (800 / 4000 / 12800) | Neues Akku-Format: Bestandsakkus nicht kompatibel |
| Hervorragender EVF (optional, 630 CHF / ≈ 680 €) | Keine Stills bis 2027, danach nur Framegrabs |
| AI-Autofokus deutlich verbessert | Kein SDI-Anschluss |
| RJ45 und WiFi 6 GHz für Streaming/Multicam | Neue Rigs/Cages nötig (Dimensionen geändert) |
| Vectorscope endlich dabei | Open Gate in XAVC erst 2027 (Raw geht) |
| Neues Venice-Menü mit Big 6 | Kein vertikales Interface bis 2027 |
| 32bit Float Audio (mit Handle) | Akku-Laufzeit nur +15 % trotz neuem Format |
| Schwenkbarer 3,5-Zoll-Monitor | Kein interner ND-Filter |
| Open Gate im Raw bereits ab Werk |
Preise in CHF
| Variante | Preis (CHF) | Preis (≈ EUR) |
|---|---|---|
| FX5 Body only | 4’600 CHF | ≈ 4’968 € |
| FX5 Body + Handle | 5’100 CHF | ≈ 5’508 € |
| EVF (optionaler Sucher) | 630 CHF | ≈ 680 € |
Wer den Handle dazunimmt, zahlt 500 CHF (≈ 540 €) Aufpreis und schaltet damit auch die 32bit-Float-Audioaufnahme frei. Der EVF ist optional, aber nach meinem ersten Eindruck eine ernsthafte Empfehlung.
Wer mit der FX5 in professionelle Kameraarbeit einsteigen oder seine Kenntnisse vertiefen will: Unser Kamerakurs bei Studio 1 vermittelt genau das praxisnahe Handwerk, das du brauchst, um das Potenzial dieser Kamera auch wirklich auszuschöpfen.
FAQ
Kann die Sony FX5 Standbilder (Fotos) aufnehmen?
Nein, zum Launch nicht. Bis zum Firmware-Update im August 2027 lassen sich keine Stills schiessen. Nach dem Update sind nur Framegrabs aus dem Video möglich, keine eigenständigen Fotoaufnahmen im klassischen Sinne.
Was ist der grösste Unterschied zur Sony FX3?
Das interne Raw. Die FX5 zeichnet 16bit XOCN intern auf, die FX3 kann das nicht. Dazu kommen eine dritte Base ISO bei 4000, der optionale Sucher, RJ45 und WiFi 6 GHz sowie das Venice-Menü. Und die FX5 filmt in 5K statt in 4K.
Lohnt sich der optionale Sucher (EVF)?
Nach meinem ersten Eindruck ja. Er kostet 630 CHF extra, bietet dafür ein HDR-Display mit knapp 8 Millionen Dots, keinen spürbaren Lag und einen flexibel verstellbaren Winkel. Er gehört zu den besten Suchern, die ich bisher getestet habe. Pflicht ist er nicht, eine ernsthafte Empfehlung schon.
Kann die Sony FX5 schon Open Gate?
Ja, aber nur im XOCN Raw. Dort nimmt die FX5 den vollen Sensor mit 4992 × 3328 auf. In den XAVC-Codecs ist Open Gate beim Launch gesperrt und kommt erst mit dem Firmware-Update im August 2027. Wer den Speicherbedarf von Raw scheut, muss bis dahin warten.
Willst du die Kamera wirklich verstehen?
Unsere Kurse zu Kamera, Licht und Ton erklären dir, wie du Belichtung, Schärfe und Bildgestaltung gezielt einsetzt.
Kommentare