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Leica SL3-P: 44MP BSI-Sensor, 8K Open Gate, ProRes – das volle Hybrid-Paket zum vollen Preis

Kameratechnik

Leica hat am 25. Juni 2026 die SL3-P offiziell lanciert. Die Kamera kombiniert einen 44,9-MP-BSI-Sensor mit 8K Open Gate, internem ProRes und 40 fps Burst – das ambitionierteste Hybrid-Toolkit der SL-Geschichte.

Mann mit Bart in Denim-Hemd hält schwarze Leica SL3-P-Kamera vor Gesicht. Stadtsilhouette verschwommen im Hintergrund, blauer Himmel.
Leica SL3-P in der Hand: 44MP-Vollformat-Hybrid, kompakt und robust für Fotografie und 8K-Video. Bild: Leica-camera, mit KI poliert

Das Wichtigste in Kürze

Wer bei Leica an Video dachte, dachte lange: «schön, aber…». Damit hat die Leica SL3-P nun ernsthaft aufgeräumt. Am 25. Juni 2026 hat Leica Camera AG aus Wetzlar die SL3-P lanciert – und mit ihr das umfangreichste Video-Toolkit, das jemals in eine SL-Kamera gepasst hat. 8K Open Gate, internes ProRes, 4K/120p Slow-Motion, HDMI RAW, neue LUTs, Timecode, Frame.io-Integration und dazu ein neuartiger 44,9-MP-BSI-Sensor mit einem der schnellsten Ausleseraten in seiner Auflösungsklasse. Das klingt nach einer Kamera, die Hybrid-Shootern endlich das gibt, wofür sie bislang zu anderen Systemen greifen mussten.

Der Sensor der Leica SL3-P: 44,9 MP, BSI, ohne Tiefpassfilter

Leica SL3-P Kamera von vorne, schwarzes Magnesium-Gehäuse mit Textured Grip, rote Akzente an den Schulterkanten, 28–70-mm-Zoomobjektiv mounted, Dual-Handgriff links, Leica-Branding auf Sucher und Objektivdeckel.
Leica SL3-P mit Dual-Grip und 28–70-mm-Zoomobjektiv: Hybrid-Gehäuse mit BSI-Sensor für Video und Fotografie. Bild: Leica-camera, mit KI poliert

Leica hat für die SL3-P einen vollständig neu entwickelten Vollformat-BSI-CMOS-Sensor mit 8 144 × 5 424 Pixeln (44,9 MP) verbaut. Die BSI-Architektur platziert die Schaltkreise hinter den lichtempfindlichen Photodioden – das soll Lichtausbeute verbessern und Bildrauschen reduzieren. Der Sensor arbeitet ohne Tiefpassfilter, was feinste Texturen schärfer durchkommen lässt.

Entscheidend für den Hybrid-Einsatz ist aber die Auslesegeschwindigkeit: Das Sensor-Readout erfolgt laut Leica bis zu 156 % schneller als bei bisherigen SL-System-Kameras. Konkret: 39,6 ms im 14-Bit-Modus, 20 ms im 12-Bit-Modus. Zum Vergleich liest die SL3 (60 MP) mit 100,7 ms aus, die SL3-S mit 51,3 ms. Das niedrigere Rolling-Shutter-Risiko beim schwenken mit der Kamera ist eine direkte Folge davon – ein im Videobetrieb spürbarer Unterschied.

Der ISO-Bereich reicht von 50 bis 200 000 mit Dual-Base-ISO. Für Video liegt der Dual-Base bei ISO 400 (low) und im L-Log-Betrieb mit DR-Boost-Funktion bei ISO 400 oder 1 600 als native Basiswerte.

Video-Toolkit: 8K Open Gate, ProRes, RAW und mehr

Mann mit schwarzer New-Era-Kappe hält eine Leica SL3-P Kamera mit großem Teleobjektiv (Leica-Branding sichtbar). Urbaner Hintergrund mit unscharfem Hochhausdach. Seitenporträt, konzentrierter Blick.
Leica SL3-P mit Leica-L-Mount-Objektiv: Das Hybrid-System für Video- und Foto-Profis mit 8K-Aufzeichnung. Bild: Leica-camera

Das ist der Teil, der für Video-Profis interessant wird. Leica hat die SL3-P mit dem bis dato umfangreichsten Videopaket ausgestattet, das das SL-System je gesehen hat.

Auflösung / ModusMax. FramerateCodec-Optionen
8,1K Open Gate (3:2)24pH.265, HDMI RAW
8K (16:9)30pH.265
5,9K60pH.265, H.264
ProRes 422 HQ (intern)bis 5,8K / 30pProRes, bis 1 924 Mb/s
C4K / 4K120pH.265, H.264, ProRes
HDMI RAW (extern)8K Open Gate / 23,98pRAW via HDMI 2.1

8K Open Gate bedeutet: Die Kamera nutzt die gesamte 3:2-Sensorfläche und zeichnet auf, ohne zu croppen. Das gibt dir im Schnitt die Freiheit, nachträglich zwischen Cinemascope, 16:9 oder Hochformat für Social Media zu wählen, ohne die ursprüngliche Aufnahmegrösse zu verlieren. Ein echter Vorteil für hybride Produktionen, die für mehrere Kanäle gleichzeitig liefern.

Intern ProRes 422 HQ bis 5,8K ist keine Selbstverständlichkeit in dieser Kamera-Klasse. ProRes-Dateien sind grösser, aber in der Post-Production deutlich unkomplizierter zu handhaben als Long-GOP-komprimiertes Material. Der Datenstrom erreicht dabei bis zu 1 924 Mb/s.

Für die Farbarbeit hat Leica zwei neue In-Camera-LUTs für den L-Log-Farbraum eingeführt: Leica Pure und Leica Cine. Beide dienen sowohl zum Live-Monitoring auf dem Kameramonitor als auch als Ausgangspunkt für die Post-Produktion. Ergänzt wird das durch False Color zur Belichtungskontrolle, Waveform-Display und Hardware-Timecode-Eingang – allesamt Features, die man eher in dedizierten Cine-Kameras findet. Zusätzlich unterstützt die SL3-P Adobe Frame.io Camera-to-Cloud, was direkte Übertragung vom Dreh in die Cloud und damit sofortigen Zugriff für Remote-Teams ermöglicht.

Fotografie: 40 fps, 819 AF-Punkte, 176-MP-Multishot

Auch auf der Fotoseite ist die SL3-P eine Ansage. 40 fps Burst mit vollem AF-Tracking im 12-Bit-Modus ist – gerade im Leica-Universum – bemerkenswert. Zum Vergleich: Die SL3 schafft 15 fps, die SL3-S 30 fps.

Der Autofokus der SL3-P soll gegenüber der SL3-S nochmals verbessert sein – und die SL3-S war bereits ein deutlicher Sprung gegenüber der SL3. Macfilos-Rezensent Jonathan Slack berichtete nach mehrtägigem Praxiseinsatz bei Vogel-, Wildlife- und Hochzeitsfotografie: Von knapp 1 000 Aufnahmen war nur eine einzige nicht scharf fokussiert.

SL3-P im Vergleich: Die SL-Familie 2026

EigenschaftLeica SL3Leica SL3-SLeica SL3-P
Sensor / Auflösung60 MP BSI CMOS24 MP BSI CMOS44,9 MP BSI CMOS
Multishot240 MP96 MP176 MP
Sensor-Readout100,7 ms51,3 ms39,6 ms
AF-Punkte315779819
Burst (mit AF)15 fps30 fps40 fps
Video max.8K / 30p6K Open Gate / 60p8,1K Open Gate / 24p; 4K / 120p
Internes ProResNeinNeinJa (bis 5,8K)
Content CredentialsNeinJa (eingeschränkt)Ja (ohne Einschränkung)
Preis (UVP inkl. MwSt.)ca. 6 930 CHF (≈ 7 484 €)ca. 5 245 CHF (≈ 5 665 €)5 570 CHF (≈ 5 990 €)

Die SL3-P ist damit der erste Leica-Body, der bei allen drei Kerndisziplinen des modernen Hybrid-Workflows gleichzeitig konkurrenzfähig ist: Auflösung, Geschwindigkeit und Video-Funktionsumfang. Die SL3 ist nach wie vor die erste Wahl für Studioarbeit mit maximaler Bildqualität. Die SL3-S bleibt der kompaktere, schnellere Begleiter für Dokumentar- und Journalistenfotografie. Die SL3-P füllt die Lücke in der Mitte – ohne dafür deutlich teurer als die SL3-S zu sein.

Gehäuse, Ergonomie und Konnektivität

Das Gehäuse folgt der bekannten SL-Design-Sprache: Magnesium- und Aluminium-Chassis, gefertigt in Deutschland, IP54-zertifiziert gegen Staub und Spritzwasser. Das Gewicht liegt bei ca. 768 g ohne Akku – handhabbar, aber kein Leichtgewicht. Der 3,2-Zoll-Touchscreen (2,3 Millionen Punkte) neigt sich, was für Video-Aufnahmen aus ungewöhnlichen Winkeln praktisch ist. Der EVF löst mit 5,76 Millionen Punkten auf (0,78-fache Vergrösserung).

An Schnittstellen bietet die SL3-P: HDMI 2.1 Type A, USB-C 3.1 Gen 2, 3,5-mm-Mikrofoneingang, 3,5-mm-Kopfhörerausgang und einen Hardware-Timecode-Anschluss. Gespeichert wird auf CFexpress Type B und SD UHS-II (dual slot). Wi-Fi und Bluetooth ermöglichen Verbindung zur Leica FOTOS App für Fernsteuerung und Firmware-Updates. Nativ unterstützt wird Tethering für Lightroom Classic und Capture One.

Content Credentials: Metadaten-Signatur für Bild-Authentizität

Die SL3-P ist das erste Leica-Modell mit uneingeschränkter Unterstützung für Content Credentials (C2PA-Standard), der gemeinsam von Adobe, BBC, Microsoft, Intel und anderen entwickelt wurde. Damit können Fotos und Videos beim Aufnehmen mit einer fälschungssicheren Metadaten-Signatur versehen werden, die jede spätere Veränderung nachvollziehbar macht. Für Fotojournalisten, die für Agenturen und Publikationen liefern, die diesen Standard unterstützen, ist das ein ernstzunehmendes Produktionsmerkmal.

Neue Objektive: Summilux 50mm und APO-Macro-Elmarit 100mm

Leica Summilux-SL 50mm f/1.4 Objektiv auf blauem Hintergrund. Schwarzes Gehäuse mit Fokusring, vorderes Glaslinsenelement sichtbar. Beschriftung: LEICA, SUMMILUX-SL 1:1.4/50 ASPH, E67-Filtergewinde.
Summilux-SL 50mm f/1.4 ASPH: Leicas neues Hybrid-Objektiv mit asphärischen Elementen und AquaDura-Vergütung, ab Ende 2026 für 4.500 Euro. Bild: Leica-camera, mit KI poliert

Zusammen mit der SL3-P hat Leica zwei neue SL-Objektive angekündigt, die beide Ende 2026 verfügbar sein sollen:

Beide Objektive teilen sich das 67-mm-Filtergewinde und sind für Leica-Verhältnisse preislich zugänglicher als erwartet – besonders das 100mm-Makro.

Wer nach dem Lesen dieser Specs ernsthaft in die Kamera- und Lichttechnik einsteigen will: In unserem Kamerakurs zu Kamera, Licht und Ton lernst du, wie du das Potenzial moderner Hybrid-Kameras in der Praxis wirklich ausschöpfst.

Verfügbarkeit und Kit-Optionen

Die Leica SL3-P ist ab 25. Juni 2026 weltweit in Leica Stores, im Leica Online Shop und bei autorisierten Händlern erhältlich. Neben dem Body (5 990 Euro / ≈ 5 570 CHF) bietet Leica drei Launch-Kits:

FAQ

Ist die Leica SL3-P besser für Video oder Foto?

Die SL3-P ist Leicas bisher stärkstes Hybrid-Modell: 44,9 MP, 40 fps Burst und ein vollständiges Video-Toolkit mit 8K Open Gate, internem ProRes und 4K/120p machen sie für beide Disziplinen ernsthaft geeignet. Für reine Studioaufnahmen mit maximalem Detailreichtum bleibt die SL3 (60 MP) die stärkere Wahl.

Was bedeutet 8K Open Gate bei der SL3-P?

Open Gate bedeutet, dass die Kamera die gesamte 3:2-Sensorfläche nutzt – also 8,1K bei der SL3-P. Das gibt dir beim Schnitt die Freiheit, nachträglich zwischen 16:9, 9:16 (Hochformat) oder anderen Seitenverhältnissen zu wählen, ohne Bildqualität zu verlieren. Maximale Kreativität in der Post-Production ohne Crop-Nachteil.

Unterstützt die SL3-P internes ProRes und RAW?

Ja: Internes Apple ProRes 422 HQ bis 5,8K bei bis zu 30p, intern. HDMI RAW (via HDMI 2.1) bis 8K Open Gate für externe Recorder. Damit ist die SL3-P die erste Leica mit internem ProRes – ein signifikanter Unterschied zur SL3 und SL3-S.

Wie verhält sich die SL3-P preislich im Vergleich zu Sony oder Canon in dieser Auflösungsklasse?

Mit 5 990 Euro (≈ 5 570 CHF) liegt die SL3-P deutlich über vergleichbaren 45-MP-Modellen wie der Sony a7R V oder Canon EOS R5 Mark II. Leica bietet dafür ein in Deutschland gefertigtes Gehäuse, die Leica-Optikqualität und Features wie Content Credentials. Die Preisfrage ist letztlich eine Frage des Ökosystems und der Markenpräferenz.

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