Apple-Preiserhöhung 2026: Was Creator jetzt wissen müssen
Apple hat die Preise für MacBooks und iPads um bis zu 26 % angehoben – wegen der globalen Memory-Krise. Was die Apple-Preiserhöhung für MacBook und iPad dahintersteckt, wen es trifft und ob iPhones als nächstes folgen.
Das Wichtigste in Kürze
- Apple hat am 25. Juni 2026 die Preise für MacBooks, iPads, Apple TV und HomePod weltweit – und damit auch in der Schweiz – erhöht, teils um mehr als 25 %.
- Ursache ist die globale Memory-Krise: DRAM-Preise stiegen im ersten Quartal 2026 um rund 90 %, ausgelöst durch den massiven Speicherbedarf von KI-Rechenzentren.
- In der Schweiz kostet das MacBook Air neu ab 1’249 CHF (≈ 1’349 €) (vorher 1’049 CHF / ≈ 1’133 €), das iPad Air 11″ neu ab 729 CHF (≈ 787 €) (vorher 579 CHF / ≈ 625 €).
- iPhones sind vorerst verschont – Analysten erwarten aber Preisaufschläge beim iPhone 18 im Herbst 2026.
- Apple-CEO Tim Cook sprach gegenüber dem Wall Street Journal von einer «beispiellosen» Situation: «Wir haben noch nie erlebt, dass Komponentenpreise so stark und so schnell gestiegen sind.»
Es kam nicht überraschend, aber es schmerzt trotzdem: Apple hat am 25. Juni 2026 die Preise für MacBook und iPad erhöht – ohne Vorwarnung über das Datum, dafür mit einem klaren Statement. «The rapid expansion of AI data centers has created an extraordinary surge in demand for memory and storage», schrieb das Unternehmen in einer offiziellen Stellungnahme. Für Creator, die ihren Workflow auf Apple-Hardware aufgebaut haben, bedeutet die Apple-Preiserhöhung 2026: Neuanschaffungen werden teurer, und ein Ende ist vorerst nicht in Sicht.
Apple Preiserhöhung MacBook & iPad: Die Schweizer Zahlen

Blick hat die Basismodelle direkt verglichen. Wer mehr RAM oder grösseren Speicher wählt, zahlt entsprechend noch mehr obendrauf:
| Modell | Preis vorher (CHF) | Preis neu (CHF) | Aufschlag |
|---|---|---|---|
| MacBook Neo | 579 CHF (≈ 625 €) | 679 CHF (≈ 733 €) | +17,3 % |
| MacBook Air | 1’049 CHF (≈ 1’133 €) | 1’249 CHF (≈ 1’349 €) | +19,1 % |
| MacBook Pro | 1’599 CHF (≈ 1’727 €) | 1’899 CHF (≈ 2’051 €) | +18,8 % |
| iMac | 1’249 CHF (≈ 1’349 €) | 1’499 CHF (≈ 1’619 €) | +20,0 % |
| iPad | 349 CHF (≈ 377 €) | 429 CHF (≈ 463 €) | +22,9 % |
| iPad Air | 579 CHF (≈ 625 €) | 729 CHF (≈ 787 €) | +25,9 % |
| iPad Pro | 999 CHF (≈ 1’079 €) | 1’149 CHF (≈ 1’241 €) | +15,3 % |
| Apple TV | 149 CHF (≈ 161 €) | 199 CHF (≈ 215 €) | +33,6 % |
Quellen: Blick.ch, SRF News. Laut Watson und Macprime gilt: Bei High-End-Konfigurationen und RAM-Upgrades kann der Aufschlag über 50 % liegen – der maximale Preisaufschlag bei einem einzelnen Produkt beträgt laut Macprime 1’350 Franken.
Wer seinen Umgang mit DaVinci Resolve, Premiere Pro oder anderen NLEs auf dem Mac vertiefen will – unabhängig vom Gerät – findet bei uns einen praxisnahen Kurs für Videoschnitt und Animation, der auf aktueller Apple-Hardware aufgebaut ist.
Was steckt dahinter? Die AI-Memory-Krise erklärt
Der Begriff «RAMmageddon» kursiert seit Monaten in Tech-Kreisen – und er ist nicht übertrieben. Hinter den Preisaufschlägen steckt eine strukturelle Verschiebung im globalen Halbleitermarkt, die sich von früheren Chip-Knappheiten fundamental unterscheidet.
Das Kernproblem: KI-Systeme brauchen enorme Mengen an sogenanntem High Bandwidth Memory (HBM) – speziell für KI-GPUs optimierter Speicher. Für jeden Gigabyte HBM, den Samsung, SK Hynix oder Micron produzieren, geben sie drei Gigabyte gewöhnliches DRAM auf, das sonst in Laptops und Smartphones landen würde. Gleichzeitig haben Hyperscaler wie Microsoft, Google, Meta und Amazon ihre Bestellungen massiv hochgefahren: Ein einzelner KI-Server verbraucht 10 bis 20 Mal mehr Speicher als ein herkömmlicher Workload-Server.
Das Ergebnis in Zahlen: DRAM-Vertragspreise sind im ersten Quartal 2026 um rund 90 % gestiegen. DDR5-Spotpreise haben sich seit September 2025 laut SHI Resource Hub vervierfacht. TrendForce prognostizierte schon im Januar 2026 Preissteigerungen von 50 bis 55 % gegenüber dem Vorjahr. Und laut IDC wird das DRAM-Angebotswachstum 2026 bei nur 16 % pro Jahr liegen – weit unter dem historischen Schnitt.
Apple hat dabei länger als die meisten Konkurrenten standgehalten. Dank langfristiger Lieferverträge konnte das Unternehmen die Preissteigerungen beim Endkunden monatelang abpuffern. Nun aber, so Apple selbst, ist die Situation «nicht mehr tragbar». Laut Reuters-Berichterstattung ist der Speicherpreis seit Q1 2026 um rund 98 % gestiegen – und steigt weiter.
Analysten von Kearney gehen davon aus, dass die Knappheit mindestens bis 2030 anhält. Ein rasches Ende ist also nicht zu erwarten. Gartner prognostiziert für 2026 einen Rückgang der weltweiten PC-Auslieferungen um 10,4 % und bei Smartphones um 8,4 % – beides direkte Folge der steigenden Preise.
Was das für Video-Creator konkret bedeutet
Wer als Creator auf Apple-Hardware setzt, spürt die Auswirkungen unmittelbar – je nachdem, was geplant war:
- MacBook Pro als Schnittrechner: Das ist das Kerntool vieler professioneller Creator. Der MacBook Pro M5 14″ ist neu ab 1’899 CHF (≈ 2’051 €) (Basismodell) erhältlich – 300 Franken mehr als zuvor. Wer mit M5 Pro oder M5 Max arbeitet, zahlt entsprechend mehr. Für dediziertes Video-Editing bleibt der MacBook Pro die empfohlene Wahl, weil er aktive Kühlung hat und sustained Performance liefert.
- MacBook Air als mobiler Begleiter: Für leichtere Aufgaben wie Rough Cuts, Grading mit LUTs oder Audiomontage im Zug ist der MacBook Air M5 nach wie vor leistungsfähig. Nur: 1’249 CHF (≈ 1’349 €) statt 1’049 CHF (≈ 1’133 €) ist ein spürbarer Unterschied, vor allem für Einsteiger und Freelancer mit engem Budget.
- iPad Pro für mobile Produktion: Das iPad Pro M5 ist das Tablet der Wahl für Creator, die unterwegs mit DaVinci Resolve, LumaFusion oder Final Cut für iPad arbeiten. Es kostet jetzt ab 1’149 CHF (≈ 1’241 €) statt 999 CHF (≈ 1’079 €) – ein Aufschlag von 15,3 %, der für die Gesamtkonfiguration (Tastatur, Pencil) deutlich ins Gewicht fällt.
- MacBook Neo – das günstigste Apple-Notebook: Das im März 2026 lancierte Einstiegsgerät mit Apple A18 Pro-Chip und 8 GB RAM kostet jetzt 679 CHF (≈ 733 €). Für professionellen Video-Schnitt ist es wegen der begrenzten RAM-Menge und des fehlenden M-Chips weniger geeignet – aber als Zweitgerät oder für Einsteiger interessant.
Wer ohnehin plant, in neue Apple-Hardware zu investieren, sollte jetzt handeln: Bei einigen Händlern sind noch Lagerbestände zum alten Preis verfügbar – laut SRF-Bericht kann das je nach Gerät und Modell einen Unterschied von mehreren Hundert Franken machen.
Was kommt als nächstes? iPhone und der weitere Markt
Apple hat die iPhone-Preise vorerst nicht angehoben – der iPhone-17-Zyklus läuft regulär weiter. Doch der Ausblick ist eindeutig: Analysten der Marktfirma Omdia erwarten beim iPhone 18, das im Herbst 2026 erwartet wird, Preisaufschläge von bis zu 150 US-Dollar (≈ 138 CHF / ≈ 149 €). «This is the new pricing reality, not a temporary spike», wird ein Omdia-Analyst von der BBC zitiert.
Apple ist dabei nicht allein. Microsoft hat die Preise für Xbox-Konsolen um 100 bis 150 US-Dollar (≈ 92–138 CHF / ≈ 99–149 €) erhöht und begründet dies damit, dass Speicher- und Flashpreise «um mehr als das 2,5-Fache» gestiegen seien – und bis Herbst 2027 eine weitere Verdoppelung erwartet wird. Sony hatte bereits im April 2026 die PlayStation 5 in mehreren Märkten verteuert.
Apple-Aktien reagierten am Tag der Ankündigung mit einem Rückgang von rund 6 %. Dell-Aktien verloren 8 %. Ein Zeichen dafür, dass der Markt weitere Nachfragedämpfung einpreist. Gartner und IDC prognostizieren für 2026 einen Rückgang des globalen PC-Markts um 10–11 % – der erste signifikante Einbruch seit der Pandemie-Normalisierung.
FAQ
Warum erhöht Apple jetzt die Preise?
Der Hauptgrund ist die globale Memory-Krise: Der Boom bei KI-Rechenzentren hat die Nachfrage nach DRAM-Chips massiv erhöht, was die Preise im ersten Quartal 2026 um rund 90 % in die Höhe trieb. Apple konnte diese Kosten dank langfristiger Lieferverträge lange abpuffern – jetzt ist die Situation laut eigenem Statement «nicht mehr tragbar».
Sind auch iPhones von der Preiserhöhung betroffen?
Stand Juni 2026 nicht. Apple hat die iPhone-Preise bisher nicht angehoben. Analysten gehen jedoch davon aus, dass das iPhone 18 im Herbst 2026 teurer lanciert wird – Schätzungen sprechen von 50 bis 150 US-Dollar (≈ 46–138 CHF / ≈ 50–149 €) Aufschlag je nach Modell.
Gibt es in der Schweiz noch günstige Apple-Geräte zum alten Preis?
Bei einigen Händlern und im Lagerbestand können noch alte Preise gelten. SRF berichtete, dass einzelne Händler noch Restbestände zu günstigeren Konditionen anbieten. Es lohnt sich, direkt beim Händler zu fragen – das Fenster schliesst sich aber rasch.
Wann normalisieren sich die Memory-Preise wieder?
Laut Analysehaus Kearney wird die Speicherknappheit voraussichtlich bis mindestens 2030 anhalten. Es handelt sich nicht um eine vorübergehende Störung, sondern um eine strukturelle Verlagerung der Halbleiterproduktion hin zu KI-Infrastruktur. Ein rascher Rückgang der Endkundenpreise ist daher nicht zu erwarten.
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