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iPhone 18 Pro Kamera: Die variable Blende ist der einzige echte Grund zum Wechseln

Smartphone

Apple hat das iPhone 18 Pro und das faltbare iPhone Duo vorgestellt. Neu an der Kamera sind die variable Blende, der Sensor und die Pro Controls. ProRes RAW und Log 2 gab es schon beim 17 Pro. Was der Wechsel für Video-Creator wirklich bringt.

Nahaufnahme der Rückseite eines schwarzen iPhone 18 Pro mit den drei grossen Kameraobjektiven in dreieckiger Anordnung.
Drei Objektive wie beim Vorgänger, der Unterschied steckt in der Hauptkamera links oben, die ihre Blende jetzt verstellen kann.

Das Wichtigste in Kürze

Die iPhone 18 Pro Kamera bringt nach einem Jahr Pause wieder eine Neuerung mit, die man beim Filmen tatsächlich merkt: eine Blende, die sich verstellen lässt. Alles andere am Kamerasystem kennt man aus dem Vorjahr. Genau das macht die Kaufentscheidung dieses Mal einfacher als sonst, und für Besitzer eines iPhone 17 Pro vermutlich anders, als Apples Keynote nahelegt.

Was am iPhone 18 Pro wirklich neu ist, und was nur neu klingt

Apple hat drei Geräte gezeigt: iPhone 18 Pro, iPhone 18 Pro Max und das faltbare iPhone Duo. Für die Kamera lohnt sich der direkte Vergleich mit dem Vorgänger, weil er die Werbebotschaft auf ihren Kern eindampft.

MerkmaliPhone 17 ProiPhone 18 Pro
Hauptkamera48 MP, 24 mm, fest ƒ/1.7848 MP, 24 mm, variabel ƒ/1.48–ƒ/4.0
Sensor der HauptkameraVorgängergenerationneu (Details nennt Apple nicht)
Ultraweitwinkel48 MP, 13 mm, ƒ/2.248 MP, 13 mm, ƒ/2.2
Telephoto48 MP, 100 mm (4x) + 12 MP, 200 mm (8x)48 MP, 100 mm (4x) + 12 MP, 200 mm (8x)
Frontkamera18 MP, ƒ/1.918 MP, ƒ/1.9
ProRes RAW, Apple Log 2, Genlockvorhandenvorhanden
Smart Focus (Motiv-Nachführung im Video)neinneu
Manuelle Pro Controlsnur über Fremd-Appsin der Kamera-App
Reference-Modus (Echtheitsnachweis)neinneu

Zwei Zeilen sind fett, der Rest ist Vorjahr. Das ist keine Kritik an Apple, sondern die Grundlage für eine ehrliche Empfehlung: Wer heute ein iPhone 17 Pro benutzt, bekommt für CHF 1’199.– eine verstellbare Blende, manuelle Kontrollen ohne Fremd-App und eine Echtheitssignatur im Sensor. Wer von einem älteren Gerät kommt, bekommt das komplette Drei-Kamera-System obendrauf und macht einen deutlich grösseren Sprung.

Die Blendenwerte im Detail

KameraAuflösungBrennweiteBlende
Fusion Hauptkamera48 MP24/48 mm (1x/2x)variabel: ƒ/1.48, ƒ/1.8, ƒ/2.8, ƒ/4.0
Fusion Ultraweitwinkel48 MP13 mm (0,5x/Makro)ƒ/2.2
Fusion Telephoto48 MP100 mm (4x)ƒ/2.8
Telephoto in optischer Qualität12 MP200 mm (8x)ƒ/2.8
Frontkamera (Center Stage)18 MPnicht genanntƒ/1.9

Die 8x-Stufe ist ein Ausschnitt aus dem Telesensor und liefert 12 statt 48 Megapixel. Das ist beim Fotografieren selten ein Problem und beim Filmen in 4K gar keines, aber es ist eben kein viertes Objektiv, auch wenn die Zoomleiste in der Kamera-App den Eindruck erweckt.

Technisch steckt hinter der Blende ein kleines mechanisches Kunststück: sechs lasergeschnittene Blätter aus einem Polymer-Verbundwerkstoff, laut Apple jedes dünner als ein menschliches Haar, bewegt von einem neuen Rotor. Vier feste Stufen stehen zur Wahl. Apple beziffert den Gewinn mit rund 50 Prozent besserer Performance bei wenig Licht, und schreibt ihn ausdrücklich der Kombination aus Blende und neuem Sensor zu, nicht der Blende allein.

Der neue Sensor, und was Apple über ihn nicht sagt

Hinter der Blende sitzt ein neuer Bildsensor. Apple beschreibt ihn als «neuen Sensor, der die Bildqualität verbessert»: bessere Aufnahmen bei wenig Licht, schärfere Details bei Personen in der zweiten Reihe von Gruppenbildern, dazu eine neue Rechenkette für die Bildverarbeitung. Technische Angaben zum Sensor selbst nennt Apple keine, keine Fläche, keine Bauweise, keine Zahl zum Dynamikumfang.

Das ist beim Einordnen wichtig. Die 50 Prozent bessere Leistung bei wenig Licht sind rechnerisch bereits durch die Blende erklärt: Von ƒ/1.78 auf ƒ/1.48 ist eine gute halbe Blendenstufe, und genau in dieser Grössenordnung landet man, wenn man den Lichtgewinn ausrechnet. Wie viel der neue Sensor darüber hinaus beiträgt, lässt sich aus Apples Angaben nicht ablesen, bis unabhängige Messungen vorliegen, bleibt das offen.

Ein Sensor-Merkmal ist dagegen handfest, weil es ohne neue Hardware nicht ginge: der Reference-Modus. In diesem Aufnahmemodus signiert die Kamera ihre Sensordaten kryptografisch, und Apples Private Cloud Compute entwickelt daraus ein unveränderliches Referenzbild. Damit lässt sich später belegen, dass eine Aufnahme aus dieser Kamera stammt und nicht nachträglich verändert wurde. Wer dokumentarisch arbeitet oder Material an Redaktionen liefert, bekommt hier zum ersten Mal einen Echtheitsnachweis direkt aus dem Gerät.

Was die variable Blende beim Filmen tatsächlich bringt

Diesen Teil überspringen die meisten Keynote-Zusammenfassungen, dabei ist er der Grund, warum die Neuerung für Video mehr wiegt als für Fotos.

Beim Filmen ist die Verschlusszeit keine freie Variable. Wer die 180-Grad-Regel einhält, koppelt sie fest an die Bildrate: bei 25 Bildern pro Sekunde also 1/50 Sekunde. Genau das erzeugt die gewohnte Bewegungsunschärfe. Damit fielen am iPhone bisher zwei von drei Belichtungsreglern aus, die Verschlusszeit war gesperrt, die Blende gab es nicht, blieb der ISO-Wert. Bei Sonne draussen führte das zu überbelichtetem Material oder zwang zum ND-Filter vor der Linse.

Mit vier Blendenstufen bis ƒ/4.0 lässt sich helles Licht jetzt im Gerät wegregeln. Für Aussendrehs ohne Filterset ist das der praktische Gewinn des Modelljahrs. Umgekehrt öffnet ƒ/1.48 bei wenig Licht weiter als die feste ƒ/1.78 des Vorgängers.

Eine Erwartung sollte man allerdings dämpfen: Der Sensor eines iPhones bleibt klein. Auch bei ƒ/1.48 entsteht daraus keine Schärfentiefe wie an einer Vollformatkamera. Die Blende ist am iPhone in erster Linie ein Belichtungswerkzeug, erst in zweiter Linie ein Gestaltungswerkzeug, wer sie für freigestellte Porträts kauft, wird enttäuscht sein.

Pro Controls: manuell, ohne Fremd-App

Die dritte Neuerung ist reine Software. Pro Controls sind laut Apple ein neuer Bereich in der Kamera-App für iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max; sie geben direkten Zugriff auf Blende, Verschlusszeit und Weissabgleich und blenden ein Histogramm zur Belichtungskontrolle ein. Was bisher Apps wie Blackmagic Camera oder Filmic Pro leisteten, liegt damit in der Standard-App.

An der Video-Ausstattung selbst ändert sich nichts, sie war schon zuvor auf hohem Niveau: 4K mit Dolby Vision bis 120 Bilder pro Sekunde, ProRes und ProRes RAW mit externer Aufnahme bis 4K/120, Apple Log 2 fürs Color Grading und Genlock für Mehrkamera-Setups stehen in den technischen Daten des 18 Pro. Cinematic-Effekte lassen sich neu auch nachträglich auf Material bis 60 fps anwenden, der Zeitraffer zeichnet in 4K und Dolby Vision HDR auf, und Audio Mix kann jetzt Musik isolieren, praktisch für O-Töne vor Hintergrundbeschallung.

Eine Video-Neuerung gibt es dann doch, und sie hängt direkt an der Blende: Smart Focus. Apple führt die Funktion in den technischen Daten als «Smart focus tracking». Sie hält ein einmal angetipptes Motiv im Fokus, auch wenn es kurz aus dem Bild läuft oder jemand davor vorbeigeht. Das ist kein Zufall im selben Modelljahr: Bei ƒ/1.48 wird die Schärfentiefe flacher als bisher, Motive driften also leichter aus der Schärfe. Wer allein filmt und gleichzeitig vor der Kamera steht, bekommt hier den grösseren Alltagsgewinn als durch jede Spezifikation in der Tabelle oben.

Dazu kommt der oben beschriebene Reference-Modus: Für alle, die dokumentarisch arbeiten und zunehmend mit dem Verdacht auf KI-Bilder leben, ist ein Echtheitsnachweis aus der Kamera mehr als eine Fussnote.

Wer die manuellen Kontrollen nicht nur haben, sondern auch nutzen will, findet in unseren Smartphone-Video-Kursen den praktischen Teil dazu: Belichtung, Ton und Schnitt direkt am Gerät.

Das iPhone Duo: faltbar, aber kein Kamera-Upgrade

Apples erstes Falt-iPhone ist ein beeindruckendes Stück Hardware: 7,6-Zoll-Innendisplay mit Nanotextur, 5,4-Zoll-Aussendisplay, Rahmen aus Grade-5-Titan, dazu der A20-Pro-Chip. Apple-Pencil-Unterstützung kommt laut Apple später im Jahr, nicht zum Verkaufsstart.

Kamera-seitig ist die Ausstattung reduziert: eine 48-MP-Hauptkamera und ein 48-MP-Ultraweitwinkel, keine eigene Telelinse. Optisch endet die Reichweite bei 2x, und diese 2x sind ein 12-MP-Ausschnitt aus dem Hauptsensor. Apple bezeichnet das in den Spezifikationen als 2x optical-quality zoom in, 2x optical zoom out und fasst beides zu einer «4x-Zoomspanne» zusammen, gemeint ist die Spanne von 0,5x bis 2x, nicht eine 4x-Stufe. Eine variable Blende hat das Duo nicht, und die Pro Controls führt Apple ausdrücklich nur für die beiden Pro-Modelle auf; auf der Spezifikationsseite des Duo tauchen sie nicht auf.

Die Duo-Funktionen richtig einordnen

Das Duo hat vier Kamerafunktionen, die kein anderes iPhone bietet, und es lohnt sich, genau hinzusehen, für wen sie gemacht sind:

Apple bewirbt sie selbst als «delightful», als Funktionen für Familien, Gruppenbilder und Videoanrufe. Das sind sie auch, und für diesen Zweck sind sie clever gelöst. Nur: Keine davon verbessert das Material, das am Ende im Schnittprogramm landet. Wer sie in einer Pro-und-Contra-Liste als Argument für Content-Produktion führt, verwechselt Apples Zielgruppe mit der eigenen.

Aufgeklapptes iPhone Duo, das auf dem Innendisplay eine Gruppe von fünf Personen im Kamerabild zeigt, mit gelben Rahmen um die erkannten Gesichter.
Das iPhone Duo steht aufgeklappt von selbst und dient als eigener Kameramonitor, die Stärke des Geräts liegt in solchen Gruppensituationen, nicht in der Bildqualität.

Dazu kommt ein Rückschritt, der im Alltag mehr stört, als er auf dem Papier aussieht: Statt Face ID sitzt im Duo ein Fingerabdrucksensor im Seitenschalter. Wer sich über Jahre daran gewöhnt hat, dass sich das Telefon beim Hinsehen entsperrt, geht hier eine Generation zurück.

Was du in der Schweiz vorerst nicht bekommst: Siri auf Deutsch

Beide Geräte laufen mit iOS 27, das Split View und angepinnte Videos mitbringt, auf dem grossen Duo-Display der eigentliche Reiz. Der neue KI-Assistent ist allerdings eine andere Geschichte. Siri AI startet laut Apples eigener Fussnote zunächst auf Englisch. Französisch, Japanisch, Koreanisch, Portugiesisch und Spanisch folgen im Oktober. Für Deutsch nennt Apple bis heute keinen Termin.

Wer also wegen des neuen Siri kauft und das Gerät auf Deutsch betreibt, kauft ein Versprechen ohne Datum. Die übrigen Apple-Intelligence-Funktionen sind von der Einschränkung nicht betroffen, sie unterstützen Deutsch.

Kaufempfehlung: Welches Gerät für wen?

AusgangslageEmpfehlungBegründung
Du besitzt ein iPhone 17 ProAbwarten, ausser du filmst viel draussenDu kaufst die Blende und die Pro Controls. Alles andere hast du bereits. Der Gewinn liegt beim ND-Filter, den du dir sparst.
Du besitzt ein iPhone 15 oder älteriPhone 18 ProDrei Objektive, Log 2 und ProRes RAW gab es schon beim 17 Pro, für dich kommt alles zusammen mit der neuen Blende in einem Schritt. Hier lohnt der Sprung wirklich.
Du filmst hauptsächlich Interviews und Talking HeadsiPhone 18 Pro, 256 GBDie Blende hilft bei Fensterlicht, die Telebrennweite bei der Bildgestaltung. Mehr Speicher brauchst du nur bei ProRes.
Du schneidest viel unterwegsiPhone 18 Pro plus TabletGünstiger und flexibler als das Duo, und du behältst die bessere Kamera.
Du willst ein Gerät für Büro, Notizen und FamilienfotosiPhone DuoHier spielt es seine Stärken aus: grosses Display, Multitasking, Duo Preview und Smart Take.

Die Kurzfassung für Content-Produktion: Das iPhone 18 Pro ist die bessere Kamera und kostet CHF 800.– weniger als das Duo. Diese beiden Sätze zusammen beantworten die Frage für die meisten, die beruflich filmen. Das Duo ist ein ausgezeichnetes zweites Gerät und ein schwaches erstes, wenn Bildqualität das Kriterium ist.

Preise und Verfügbarkeit in der Schweiz

Modell256 GB512 GB1 TB2 TB
iPhone 18 ProCHF 1’199.–CHF 1’399.–CHF 1’799.–CHF 2’399.–
iPhone 18 Pro MaxCHF 1’299.–CHF 1’499.–CHF 1’899.–CHF 2’499.–
iPhone DuoCHF 1’999.–CHF 2’199.–CHF 2’599.–CHF 3’199.–

Die Pro-Modelle gibt es in Schwarz, Silber, Polar und Burgunder; Vorbestellungen laufen ab Samstag, 12. September 2026, im Verkauf sind die Geräte ab Freitag, 18. September 2026. Das iPhone Duo kommt in Nachthimmel und Sternenweiss, Vorbestellungen starten am 16. Oktober, der Verkauf am 23. Oktober 2026.

Ein Hinweis zur Einordnung: Das sind Apples Listenpreise. Erfahrungsgemäss bewegen sich Schweizer Strassenpreise für iPhones in den ersten Wochen kaum darunter, nennenswerte Abschläge kommen meist erst mit dem Folgemodell oder über Occasionsgeräte und Eintauschaktionen.

FAQ

Lohnt sich der Wechsel vom iPhone 17 Pro auf das iPhone 18 Pro?

Für die meisten nicht. Objektive, Brennweiten, Frontkamera und Videofunktionen sind identisch. Neu sind die variable Blende, ein neuer Sensor dahinter, die Pro Controls in der Kamera-App und der Reference-Modus. Wer regelmässig bei hellem Aussenlicht filmt und dafür bisher ND-Filter mitgeschleppt hat, bekommt dafür ein echtes Argument.

Was bringt die variable Blende beim Video konkret?

Sie gibt die Belichtungskontrolle zurück, die beim Filmen fehlt: Weil die Verschlusszeit über die 180-Grad-Regel an die Bildrate gebunden ist, blieb bisher nur der ISO-Wert. Mit Stufen bis ƒ/4.0 lässt sich helles Licht im Gerät abregeln, ohne Filter vor der Linse.

Reicht das iPhone Duo mit zwei Kameras für professionelle Videos?

Für einfache Vlogs und Social Content ja. Sobald Reichweite über 2x, manuelle Blendenkontrolle oder eine Telebrennweite gefragt sind, fehlt dem Duo die Hardware, und es kostet CHF 800.– mehr als das iPhone 18 Pro.

Kommt Siri AI auf Deutsch?

Angekündigt ist der Start auf Englisch, im Oktober folgen fünf weitere Sprachen. Für Deutsch hat Apple bislang keinen Termin genannt. Die übrigen Apple-Intelligence-Funktionen unterstützen Deutsch bereits.

Wann sind die neuen iPhones in der Schweiz erhältlich?

Das iPhone 18 Pro ab CHF 1’199.– kann ab dem 12. September vorbestellt werden und ist ab dem 18. September 2026 im Verkauf. Das iPhone Duo ab CHF 1’999.– folgt mit Vorbestellung ab 16. Oktober und Verkaufsstart am 23. Oktober 2026.

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