Sony FX3 Test
Mit der FX3 bringt Sony überraschenderweise die vierte und kleinste Kamera der Cinema Line auf den Markt. Wo sind ihre Stärken und Schwächen? Für wen eignet sie sich? Wir konnten ein Vorserienmodell der FX3 für drei Tage ausprobieren. Hier das Resultat unseres FX3 Tests.
Highlights der Sony FX3
- Handle mit 2 Neutrik-Anschlüssen und 1 Stereo Mini-Jack
- S-Cinetone (die Sony A7S3 bekommt mit dem nächsten Update ebenso S-Cinetone)
- Video-orientierte Bedienelemente
- Kühlung mit aktivem Lüfter
- 5 zusätzliche 1/4 Zoll Gewinde für Zubehör
Highlights identisch zur A7S3
- Gleicher 12 Megapixel Sensor wie bei der A7S3 mit hervorragenden Low-Light Fähigkeit
- 4K, bis zu 120 fps
- 15 Stops Dynamikumfang
- 10 bit interne Aufnahme (bis 4K 120fps)
- Foto-Modus vorhanden
- Reduzierter Rolling Shutter
- Drehbarer Touch-Bildschirm
- Full-Size HDMI, aber kein BNC
- NPFZ 100 Akku mit 95 Minuten Akkulaufzeit bei durchgehender Aufnahme
Der Film zum FX3-Test
Wenn wir schon eine Vorserien-Kamera für drei Tage testen können, dann setzen wir gleich ein Projekt um. So ist das folgende Porträt über einen talentierten Nachwuchs-Snowboarder entstanden.
Hier sind meine Eindrücke zur Sony FX3
1. FX3 Body
Der Body aus Magnesium fühlt sich hochwertig an. Im edlen grau passt sich die FX3 den grösseren Schwestern der Cinema Line an.
Die Buttons sind im Vergleich zur A7S3 komplett anders verbaut. Die Funktionen, die fürs Filmen essentiell sind, sind schneller und einfacher zu finden. Darunter Zebra, Peaking, der Record-Knopf und der ISO-Drehring. Zudem ist die Umschaltung auf Halbautomatik mit dedizierten Knöpfen möglich. Auch ist der On/Off Knopf besser und sicherer platziert. Ich habe mich damit sehr schnell zurechtgefunden. Wenn ich jetzt mit der A7S3 arbeite, empfinde ich die Arbeit als umständlicher.
1. Ton
Mit dem XLR-Adapter hast du die Möglichkeit, unterschiedlichste Tonquellen professionell anzuschliessen. Klug, dass nun ein Neutrik-Kombi-Stecker eingebaut wurde. Damit kannst du 6.3mm Jack und XLR anschliessen. Daneben hast du einen Stereo-Mini-Klinke zur Verfügung. Also total 4 Kanäle.
2. Bildstabilisierung
Wie bei der A7S3 ist der Sensor stabilisiert. Damit unterscheidet auch sie sich von der grossen Schwester, der FX6, die dieses Feature nicht hat. Besonders bei Handheld-Drehs hilft die Bildstabilisation (IBIS) für wackelfreiere Bilder – speziell bei einer kleiner und leichten Kamera wie der FX3.
3. FX3 Handle
Das mitgelieferte Handle macht die Kamera einsatzbereit für zusätzliche Anwendungen, wie Low-Angle shots.
4. Gewinde
Auf dem ganzen Body sind 5 1/4 Zoll Gewinde verbaut. Das macht in vielen Fällen grosse Cages überflüssig, um zusätzliche Geräte anzubringen.
5. Tally Lights
Verteilt auf dem ganzen Gehäuse befinden sich Sally Lights. Und : Auf dem Screen wird ein roter Rahmen angezeigt, wenn aufgenommen wird. Die Kamera leuchtet schon fast wie ein Weihnachtsbaum. Aber: ein hilfreiches Feature!
6. Lüfter
Die Kamera ist aktiv gekühlt. Damit ist die Kamera besser gewappnet gegen Überhitzung. Ein Thema, das zur Zeit sicher ein gutes Verkaufsargument darstellt.
7. Zoom-Rocker
Dort, wo sich bei der A7S3 der On/Off Knopf befindet, wurde in der Sony FX3 ein Zoom-Rocker verbaut. Für Reportage oder Studiosituationen sicher hilfreich…Aber zur Zeit fehlen die Objektive noch. Sony wird aber hoffentlich bald bezahlbare Linsen mit brauchbaren Brennweiten auf den Markt bringen.
Was der Sony FX3 fehlt
ND-Filter
Du findest in der FX3 leider keinen ND-Filter. Für mich ist das der grösste Wermutstropfen, denn das Arbeiten ohne ND-Filter im Videobereich ist selten möglich. Deshalb ist man gezwungen, mit Linsen-Filtern zu arbeiten, was ich nicht besonders mag. Bisher habe ich keine aufschraubbaren variablen ND-Filter gefunden, die wirklich taugen. Alle bisher getesteten Teile brachten Mängel zu Tage wie ungleichmässige Abdunklungen oder Farbveränderungen einzelner Bildteile. Einfache ND-Filter finde ich zu umständlich in Run and Gun Situationen.
Sucher
Auf den Sucher hat Sony in der FX3 verzichtet. Einige Kameraleute werden dieses Feature vermissen. Besonders in Handheld-Situationen kann es vorteilhaft sein, eine kleine Kamera wie diese an das Auge zu halten und damit mit dem Kopf zu stabilisieren. Natürlich ist ein Sucher immer auch die beste Wahl in sehr hellen Situationen. Monitore mit 1500 Nits und mehr eignen sich aber fast genauso und diese gibts mittlerweile fast für Kleingeld.
Clear Scan / Synchro Scan
Um Bildschirme zum Beispiel 100% flickerfrei aufzunehmen, ist eine Feineinstellung der Verschlusszeit wichtig. Die Einstellungen aus klassischen Fotokameras reichen dabei nicht.
Diese Feineinstellung verbaut Sony bei der FX6 und FX9, leider aber nicht in der FX3.
8K
Einige Anwender verlangen nach 8K. Ich persönlich finde ein hochwertiges sauberes 4K wichtiger. Gerade wenn bei dir ein rauscharmes Bild höchste Priorität hat, dann verzichtest du lieber auf höher Auflösungen.
Preis
Für eine FX3 wandern ca. CHF 5000.– über den Ladentisch. Damit ist sie 500.– teurer als die A7S3.
Konkurrenz zur FX3
Hauptkonkurrenten sind die Blackmagic Cinema Pocket 6K Pro (Super 35mm, 6K, ND-Filter, dafür kein brauchbarer Autofokus, aber deutlich günstiger) und die Canon C70 (Super35mm, 4K 120fps , Autofokus, ND-Filter, etwa gleicher Preis).
Die FX3 hebt sich durch einen Vollformatsensor von der Konkurrenz ab. Dafür ist kein ND-Filter vorhanden.
Fazit aus dem Sony FX3 Test
Video-orientierte Kameraleute und Filmemacher, die gerade wegen des hervorragenden Autofokus, 4k 120 fps, Bildstabilisierung und der 10bit Aufnahme eine A7S3 ins Auge gefasst haben, fahren mit einer FX3 wohl besser. Die FX3 hat zwar die gleichen grundlegenden Features. Für sie sprechen aber die Ergonomie mit dem abnehmbaren Griff und den klug platzierten Bedienelemente und vor allem die professionellen Audio-Inputs. Wer nicht auf einen Sucher verzichten kann, der ist mit der A7S3 besser bedient.
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